Ist Leid egoistisch?

Weil man dadurch immer andere involviert?
Weil man leidet und andere sich wegen einem selbst vielleicht schlecht fühlen, sich verantwortlich fühlen auch wenn sie nicht müssen.
Weil die anderen Menschen in unserem Leben, Freunde, Partner vielleicht, immer einen Teil Rücksicht nehmen (müssen) auf unsere Defizite, sich anpassen, eigene Bedüfnisse zurückstellen. Das Leid vermehrt sich nur.
Geteiltes Leid ist also nur bedingt halbes Leid. Für denjenigen, der es teilt, vielleicht. Auch nur vielleicht.
Aber die Person, mit dem man es teilt, wollte die andere Hälfte vielleicht gar nicht. Und ist nun auch im Besitz von Leid.
Was passiert denn mit dieser anderen Hälfte? Schlägt sie Wurzeln? Vergeht es?

Es geht nicht langfristig ohne.
Man kann seine eigenen Probleme nicht so sehr in den Schatten rücken, dass das nie der Fall ist. Man beeinflusst andere Leben, andere Seelen. Verletzt sie vielleicht gar.

Ich weiß, meine Probleme bauen Käfige.
Und mein Vögelchen singt nicht mehr.

Ab und zu schaffen wir es, das Törchen zu öffnen. Aber ich glaube, dass das Vögelchen vergessen hat, was Freiheit ist. Vergessen wie man fliegt, vergessen, wie man singt.
Und wofür.
Oder es tut zu weh, den Käfig kurz zu verlassen und ihn im Auge zu haben, zu wissen, man muss wieder hinein.

Ich bin traurig. Und ich hasse mich dafür.
Und ein „Es tut mir leid“  macht auch nichts besser.