Hermann! 👻 (oder: Wenn man nicht weiß, dass man eine DIS hat)

Oder auch: Was stimmt mit mir denn nicht?
Inklusive: Mein Job.

Ich war ab dem 17. Lebensjahr unsere Frontfrau. Bis ca. 2005. Da musste ich aufgeben.
Bis dahin hatten wir wohl immer einzelne Frontfrauen, die das meiste so abgefangen haben. Ich war nicht die erste. Aber die letzte. Seitdem gibt es nur noch Teams.

Ich war also diejenige, die den Alltag meisterte. Die arbeiten ging (meistens), die Ehefrau, die Hausfrau (meistens) und so weiter.
Enormer Druck. Es ging mir schlecht und schlechter.

Das Einzige, das ich wusste war, dass mein Vater so früh und qualvoll gestorben war. Und das Einzige, das meine Mutter bestätigte und mir auch immer sagte: „Deswegen geht es dir so schlecht“.
Das Einzige, das ich zu Beginn meiner Therapiekarriere sagen konnte: „Ich bin depressiv, weil mein Vater an Krebs gestorben ist.“

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Todesangst damals und heute

Nichts für schwache Nerven. Vor allem zum Ende hin. Passt auf euch auf!

Ein normaler Tag. Nichts aufregendes passiert, nichts aufregendes gemacht.
Der Tag klingt aus. Gemütliches auf dem Sofa sitzen und gemeinsam mit dem Mann lesen.
Plötzlich erscheint aus dem Nichts eine etwa 1 Cent Stück große Quaddel auf dem Unterarm.
Kennen wir prinzipiell schon. Das Quaddelproblem haben wir nun seit mehr als 3 Jahren. Chronische Nesselsucht.
Es ist besser gworden – das erste halbe Jahr kamen sie im Rudel. Es war beängstigend und juckt ziemlich böse.
Aber eine so große? Immer wieder sitzt uns die Angst im Nacken. Immer wieder, bei kleinsten Anzeichen fährt das Kopfkino an und läuft immer auf Todesängste hinaus.
In unserem Kopf zeigt die Quaddel nur, dass bald der ganze Körper davon übersät sein könnte, der Hals zuschwillt und niemand uns retten kann.

Ersticken ist hier schon so ziemlich an erster Stelle was Panik angeht. In allen Variationen. Kopfkino: Der Hals schwillt zu durch Allergien, man erstickt an einem Bissen Essen, Asthma-Angst und so weiter.

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Das Kind ist komisch…

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Kennt ihr das auch?
Seid und wart ihr auch immer die „komischen“, seltsamen Menschen? Damals Kinder?

Es schien bei uns auf Familienfeiern eine Art Wettbewerb zu geben. Immer wurde gelästert über die seltsamen Kinder.

Also gelinde gesagt, hatten auch all unsere Cousins und Cousinen einen „an der Waffel“. Jeder hatte schon in Kinderzeiten auffällige psychische Störungen. Sei es Esssucht, Magersucht, Waschzwänge, eine Neigung zu Exhibitionismus, Bettnässen…

Auf den besagten Feiern tauschten sich dann die Mütter aus.
Frei nach dem Motto „Weißt du was meine schon wieder getan hat?“

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Ist Leid egoistisch?

Weil man dadurch immer andere involviert?
Weil man leidet und andere sich wegen einem selbst vielleicht schlecht fühlen, sich verantwortlich fühlen auch wenn sie nicht müssen.
Weil die anderen Menschen in unserem Leben, Freunde, Partner vielleicht, immer einen Teil Rücksicht nehmen (müssen) auf unsere Defizite, sich anpassen, eigene Bedüfnisse zurückstellen. Das Leid vermehrt sich nur.
Geteiltes Leid ist also nur bedingt halbes Leid. Für denjenigen, der es teilt, vielleicht. Auch nur vielleicht.
Aber die Person, mit dem man es teilt, wollte die andere Hälfte vielleicht gar nicht. Und ist nun auch im Besitz von Leid.
Was passiert denn mit dieser anderen Hälfte? Schlägt sie Wurzeln? Vergeht es?

Es geht nicht langfristig ohne.
Man kann seine eigenen Probleme nicht so sehr in den Schatten rücken, dass das nie der Fall ist. Man beeinflusst andere Leben, andere Seelen. Verletzt sie vielleicht gar.

Ich weiß, meine Probleme bauen Käfige.
Und mein Vögelchen singt nicht mehr.

Ab und zu schaffen wir es, das Törchen zu öffnen. Aber ich glaube, dass das Vögelchen vergessen hat, was Freiheit ist. Vergessen wie man fliegt, vergessen, wie man singt.
Und wofür.
Oder es tut zu weh, den Käfig kurz zu verlassen und ihn im Auge zu haben, zu wissen, man muss wieder hinein.

Ich bin traurig. Und ich hasse mich dafür.
Und ein „Es tut mir leid“  macht auch nichts besser.