Lunis „tics“

Jaja die lunis….
Ist das nun das Autistengehirn? Ist es relevant?

Ich fürchte nur, dass das Problem nicht sooo viele haben. 😂

Wie ihr im Bild sehen könnt, ist es in unserem Kopf. Wir nummerieren unsere Pommes, wenn wir welche essen.
Wir haben ganz genau im Blick, welche Pommes wir in welcher Reihenfolge essen.
Und wehe, jemand kommt daher und stibitzt uns eine aus der vorhandenen Reihenfolge.
Dann sind wir „lost“ 😳
Dann starren wir eine Weile unsere Pommes an, wissen nicht mehr, wie es weiter gehen soll.
Und schaffen es irgendwann neu zu nummerieren. Na immerhin…..😅
Aber das Gefühl, dass da nun etwas durcheinander gekommen ist und eine meiner Lieblingspommes fehlt…bleibt.

Mittlerweile sind wir auch ein bisschen schlauer, wir sortieren unsere nummerierten Pommes zur Seite, damit MM weiß, von welcher Seite (die noch nicht sortierte) er welche stibitzen darf, wenn er noch welche möchte.
Aber manchmal vergessen wir das.

Wir nummerieren nicht alle durch bis zum Ende, das ist hilfreich, so gut kommen wir mit Zahlen dann auch nicht klar. Wenn eine geklaut wird, die noch keine „Nummer“ hatte, dann geht es einigermaßen.
Wenn die letzte Nummer gegessen ist, nummerieren wir von vorn weiter durch.

Das ist vor allem bei Pommes und Chips der Fall, weil da alle unterschiedlich sind. Wir brauchen eine Orientierung.
Schon ein bisschen… uff, hm?




Rechtfertigung für die Rechtfertigung? 😁

Bild von Peggy und Marco Lachmann-Anke auf Pixabay 

Wir hatten gestern ein echt super Gespräch via Videotelefonie mit mehreren Leuten,
Es war sehr anstrengend aber wirklich gut.
Und es gab dann Menschen, die übereinstimmend meinten, wir sollten bloß aufhören, uns in unseren Videos zu rechtfertigen und einfach kein Wort über derartige Trolle verlieren sollen, weil sie dann die Lust verlieren würden.

Hm.

Es überrascht mich, dass das, was wir machen, als Rechtfertigung gesehen wird. Weil es das für uns so überhaupt nicht ist. Für uns geht es dabei gar nicht darum, uns zu rechtfertigen sondern wir sehen manchmal dadurch erst, wo man thematisch hingehen könnte, sollte, müsste.
Es ist eine Inspiration für uns. Weil wir sehen, wo Aufklärungsbedarf besteht und wir nutzen das dann als Beispiel.
Wir eben jetzt mit dem Scripten der Videos. Es ist für uns so überhaupt keine Rechtfertigung dahinter.
Zumindest empfinde ich keine. Für uns war das jetzt ein Anlass, anhand von diesem Beispiel zu erzählen, wie ein dissoziierendes Gehirn sich so durch den Alltag schlagen muss.
Und wie man sieht, reagieren viele Systeme erfreut, damit nicht so allein zu sein und wir ebenfalls. Merken wir doch auch durch die Rückmeldungen, dass es vielen so geht mit den „Löchern im Kopf“. Wie beruhigend!
Damit haben wir wieder genau das erreicht, was wir im Prinzip mit unserem Kanal erreichen möchten.

Und ganz nebenher, erfahren so Menschen, die sich mit der DIS oder Dissoziation nicht auskennen, wieder über einen Bereich mehr, der bei uns einfach anders ist, als bei anderen – neurotypischen Gehirnen.
Und deswegen bin ich den kritischen bis trolligen Kommentaren manchmal sogar sehr dankbar dafür. Weil sie uns zeigen, wo es lang geht, wo Verständnisschwierigkeiten sind, was dazu führt, dass Menschen denken „Das kann doch alles nicht sein“ und so weiter.
Wir haben auch dann das Gefühl, den Menschen den Wind aus den Segeln zu nehmen. Nämlich indem wir dazu stehen, wie wir sind und dazu stehen und nicht versuchen etwas zu vertuschen oder zu beschönigen.

Natürlich sind solche Kommentare oft auch nur Provokation, klar.
Und wir überlegen uns sehr genau, auf was wir wie eingehen möchten und wo es einfach nur sinnlos ist.
Das, was wir machen, ist kein Rechtfertigungsreflex!
Genausowenig, wie wir uns nun für die Rechtfertigung rechtfertigen. *hahaha

Wir erklären, schreiben unsere Gedanken auf, machen Videos, auch da, wo wir denken, dass Menschen Schwierigkeiten haben, uns (oder Menschen wie uns) zu verstehen.
Das ist doch auch Sinn und Zweck der Aufklärung.

Und frage ich google, was es bedeutet, sich zu rechtfertigen, kommt das dabei heraus:

„Wer sich für sein Fühlen, Denken und Handeln rechtfertigt, steht nicht dazu und macht sich selbst kleiner.
Eine Rechtfertigung ist eine Antwort auf eine Anschuldigung“

Und ganz ehrlich? Ich verstehe das nicht.
Stellen wir uns mal vor, ich werde beschuldigt, dass ich im Büro die Lieblingstasse eines Kollegen kaputt gemacht hätte, nur weil ich zufällig neben der Spülmaschine stehe, aus der sie angeschlagen herauskommt.
So. Das ist eine Anschuldigung, oder?
Jetzt soll ich nicht sagen dürfen „Nein das war ich nicht nicht, ich habe die Spülmaschine nicht eingeräumt“, weil das eine Rechtfertigung ist (und Rechtfertigungen ja nicht gut und negativ konnotiert sind)?
Ich stehe damit nicht zu zu meinem Fühlen, Denken und Handeln?
Ähm….Strange!

Es ist doch das genaue Gegenteil, was wir machen.
Wir stehen zu 100% zu unserem Fühlen, Denken und Handeln und erklären nur, wie es dazu kommt, dass es so ist, wie es ist.
Weil unsere Erfahrung – auch durch zig ungute Therapien ist, dass man eben ohne Erklärungsmodell nicht verstanden wird. Und nicht verstanden zu werden ist dann tatsächlich etwas, das wir nicht gut aushalten können.
Das sind sozusagen unsere Helfersystem- Traumata.
Man bekommt nämlich keine Hilfe, wenn man nicht verstanden wird…

Wenn wir jetzt aber die hypothetische Tasse des Kollegen wirklich kaputt gemacht hätten und uns dann rechtfertigen würden, warum wir das keinesfalls gewesen sein können *tüdelüüü dann würden wir nicht zu unserem Handeln stehen.

Ja, vielleicht spüren wir zu oft den Drang, uns zu erklären. Da kann ich definitiv zustimmen. Das kommt häufiger durch.
Aber mit der negativen Bedeutung des Wortes „Rechtfertigung“ hat das für uns nichts zu tun.
In der Hinsicht verstehe ich das Wort auch auch einfach nicht.

Noch ein Aspekt:
„Reagiert doch einfach nicht auf solche Idioten“, sagt man uns.

Öh. NÖ!
Nö wieso?
Also ich meine es ist klar, dass wir nicht, wie jetzt zuletzt gesehen, so eine Idiotie-Deluxe-Spam-Flut freischalten und uns dann nämlich mit den Kommentaren und dem Beantworten oder so herumschlagen.
Das machen wir schon deswegen nicht, weil wir den Kanal auch als sichere Community ansehen möchten, wo keiner durch Kommentare „Alles gelogen, Du Fake du“ und ähnliches getriggert wird. Soweit so gut.
Hier kann ich das, wie am Wochenende, in einen Kontext setzen und eine Triggerwarnung noch dazu.
Aber die Regel wird das auch nicht, dass wir das tun.

Aber: Was macht das denn mit uns, wenn wir solche Kommentare, gerade wenn sie geballt kommen, für uns behalten, darüber schweigen, nicht reagieren?

DAS ist eigentlich genau das, was uns triggert und uns im Opferdasein hält, würde ich jetzt fast sogar sagen.
Manche von uns wollen das nicht mehr. Und ich halte es für einen großartigen Fortschritt, uns zu wehren, nicht zu schweigen und in uns reinzufressen. Sondern nach Außen zu gehen, den Stinkefinger hoch zu halten, unsere Meinung zu haben und zu sagen.
Und ich lasse das auch zu – auch als gutes Beispiel für all jene im Inneren, die noch immer davon überzeugt sind, dass man sich nicht wehren darf.
Gerade wenn so potenziell triggernde Sätze fallen, die sich auf die Echtheit der DIS beziehen oder schlicht und einfach „Halts Maul“, die doch genau dahin führen sollen, dass wir wieder genau das tun, täterassoziierte Sätze. Sei still, lösch deine Videos, halt die Klappe.
Uns ist hier vorne sehr klar, dass es einigen (Tätern) nicht gefällt, was wir tun und sie versuchen, uns dazu zu bringen.

Da ist es doch eine ungemeine Genugtuung, zeigen zu können, dass es hier Menschen gibt, die sagen können „Nö, nicht mit uns“, wo wir Grenzen ziehen können und sagen können „Bis hierhin und nicht weiter“.
Ein deutlicheres Signal, statt uns wirklich in uns zurückzuziehen und nichts sagen zu dürfen weil….? Man soll solchen Leuten ja keine Aufmerksamkeit schenken?!

Das kommt uns wirklich total falsch vor.

Denn auch hier ist es eine Frage der Wortbedeutung.
Wir schenken denen im INNEREN deutlich mehr und länger Aufmerksamkeit, wenn wir für uns im Stillen darauf herumkauen.
Die einen sind getriggert, die anderen kochen vor Wut leise vor sich hin und dürfen die nicht zeigen und die getriggerten nicht ganz real beschützen.
Weil wir auch wissen, dass reines Innen-Bla-Bla auch bei uns nicht so viel bringt.

Wenn einem das nicht falsch vorkommen sollte, weiß ich auch nicht.
Denn wenn das in uns drinnen bleibt, kauen wir sehr viel länger darauf herum. Es bleibt darin stecken in dem Modus „Was ich solchen Idioten gerne mal sagen wollen würde“.

Außerdem bekommen wir so auch noch Unterstützung, bleiben nicht alleine damit. Merken, dass unsere Reaktionen und Gedanken wirklich nicht falsch sind, weil es andere auch fassungslos und wütend macht (Sorry dafür!) und die unsere Einstellung und Meinung dazu teilen und uns sogar den Rücken stärken.

Neue Erlebnisse. WOW. Ist das nicht ge-ni-al?

Am Ende finde ich, für uns (das darf für andere ja ruhig wieder anders sein), dass das gesunde Reaktionen sind.
Und wir sehen da für uns einen deutlichen Fortschritt drin.
Denn früher, hätten wir uns zurückgezogen, die Meinung der Anderen als zutreffender empfunden, als unsere eigene Wahrnehmung.

In unserer Welt, machen wir uns damit also nicht klein(er) sondern größer.





Nice Try 2

Wirklich explizite Triggerwarnung.

Derdiedas Teilchen aus YT (von dem ich eben erzählt habe) hat ja ganz offensichtlich ein Bedürfnis, gelesen zu werden. Und bevor ich mir nachsagen lasse, dass ich nur „positive Kommis“ freischalte, mache ich das eben hier, weil hier kann ich euch noch mal ausdrücklich warnen.

Fun Fact: Ich habe ja auch absolut nichts gegen Kritik oder wenn jemand was nicht versteht oder andere Meinungen da sind. Schalte ich alles freit. Keine Frage. Aber das gibt es halt tatsächlich fast nie. Weil wenn dann geht es immer nur in die unterste Schublade. Eben so wie jetzt.
Das hat ja mit Kritik nichts mehr zu tun, nä? 😎

Das Zeug ist explizit nur aus den Gründen zu triggern geschrieben worden.
Denkt bitte daran, bevor ihr euch weghauen lasst!

Die nun folgende Bilderflut enthält einen kleinen (!) Auszug der Kommentare, die wir seit den letzten 2 Tagen etwa bekommen haben.

Achso: Und falls ihr zwischendurch Zusammenhänge vermisst 🤷🏻‍♀️ es gibt keine 😂

Weiterlesen „Nice Try 2“

Nice try

Ich lache mir ein bisschen eins ins Fäustchen.
Wir haben derzeit einen Troll/ Täter/ … Spinner…. auf YT
Wo einfach ganz klar ist, dass dieses jenige „Etwas“, versucht, alle sensiblen Punkte nacheinander durchzutriggern.
Nice Try, kann ich da nur sagen.

Aber es gibt einen Punkt, den ich mal ansprechen möchte.
Dieses „Etwas“ scheint ein Jemand zu sein, der/die mal auf einer Psychiatrie gearbeitet hat. Und als angehender Psychologe gescheitert ist (na Keks sei DANK!!!)
Und wirft Systemen (nicht nur uns) vor, dass man ja immer nur dann „Zustände“ hätte, zusammenbrechen …. würde, wenn man wüsste, dass jemand in der Nähe ist oder bald das Zimmer betritt, sodass das auch ja jemand sehen kann.

Ähm ja.
Ich würde sagen, das lässt auf Dummheit schließen. Selektive Wahrnehmung und falsche „Beweise“, dass Systeme ja grundsätzlich spielen und lügen.
Einfache Beweisführung:
Na klar haben Systeme auch Zusammenbrüche, Dissoziation, Stupor (whatever) wenn niemand in der Nähe ist.
Nur: dann kriegt es halt keiner mit, ne?
Und daraus zu schließen, dass so etwas nur passiert, oder gefaked wird, wenn jemand es auch jaaaa mitbekommt ist einfach richtig richtig dumm.
Weil ihr wisst es auch, ne?) Wenns keiner sieht, kriegt auch keiner mit, dass es eben auch sonst passiert. Eben dann, wenn niemand da ist. Aber es sieht ja keiner. Hallo 😂

Um uns so dermaßen zu triggern, kommt dasjenige etwas ein paar „Tage“ zu spät. Sorry.
*wink
Du machst uns nicht mundtot, mit deinen offensichtlich verzweifelten Versuchen, uns so zu triggern, dass wir alles löschen und die Klappe halten. Ne ne ne.
Der letzte Versuch würde vermutlich bei welchen klappen, die wirklich Eltern sind.
Rät gut drauflos, ich hätte ja ein Kind und wäre kindswohlgefährdend und das Jugendamt wäre informiert.
Achso. Ja dann… Die finden das sicher witzig.
Und ach übrigens: Fun Fact: Wir haben keine Kinder! 😂
Nice Try!

Der vorhergegangene Kommentar hieß: Du hast keine DIS. Du machst die Diagnose zu einer Lachnummer, du gefährdest Menschenleben, ich zeige dich deswegen an….
Ja mach das. Alles gut. Kein Ding. Tu, was dir ein Bedürfnis ist.

Ich kann definitiv nachweisen, dass wir eine DIS haben. Auch das kratzt uns nicht im geringsten.
Ich weiß was du für einer bist.
Und ich mag nur noch sagen: Du kannst uns mal!
Spar dir doch einfach die Zeit.
Aber ach ja ich vergaß…Menschen wie du haben nichts besseres zu tun.

Aber: Nice Try!

Neues ABW

Letzte Woche lernten wir einen Teamleiter eines neuen ABW kennen.
Weil…bekannt…

Der jetzige war unglaublich nett.
Und jetzt darf man die Augen vor Staunen aufreißen: Er kennt sich mit DIS aus.
Weil ich bin nicht die erste mit DIS, die dort betreut wird und er hat bei der Ersten angefangen, sich in das Thema einzuarbeiten und anhand der Fragen, die er gestellt hat, hat man gemerkt, dass er wirklich ein gutes Grundwissen hat.

Die sind dort auch um einiges flexibler. Sogar was die Corona-Regelung angeht.
Während ich von alten abw erfahren habe, dass die sich nämlich die Regeln selbst gemacht haben (!) und nicht wie behauptet vom Arbeitsschutzgesetz jetzt abgedeckt und erzwungen sind. Und sie die Regelungen- komme was wolle ohne Ausnahmen ohne Kompromisse durchziehen, sind die bei dem Neuen erheblich lockerer, was das angeht.
Statt das Hygienekonzept auf alle Klienten anzuwenden, machen die für jeden ein eigenes Konzept – so wie das individuell passt und möglich ist.
So kanns auch gehen _ aber…..macht halt Arbeit, ne?

Er sagte, dass Corona zwar ein Gesundheitsrisiko darstellt, aber wenn die Menschen keine Hilfe bekommen, stellt das ebenfalls ein Gesundheitsrisiko dar.
*DANKE
Das ist so in etwa das, was ich die ganze Zeit sage. 👏🏻

Und natürlich ist es kein Problem, mich irgendwo hin zu befördern. Ich bin „maskenbefreit“ und dann gibt es keine Diskussion. Dann gucken wir, wie wir das mit größtmöglicher Sicherheit hinbekommen. Wobei die gesamte Mannschaft da eh durchgeimpft ist.

Heute haben wir unsere Bezugsbetreuung kennen gelernt. Und was soll ich sagen? Die ist spontan erstens total niedlich, süß, sympathisch und nett und zweitens auch noch total kreativ.
Wir kamen auf unsere Gesichtsblindheit zu sprechen und ob sie sich sicherheitshalber jedes mal vorstellen soll.
Und das war uns irgendwie auch unangenehm. Naja und dann meinte sie, sie könnte ja auch immer, wenn sie uns trifft etwas bestimmtes tragen, an dem wir sie wiedererkennen können.
Hey ja. Coole Idee.
Also haben wir etwas bestimmtes verabredet, das sie nun immer bei sich/ an sich haben wird. Etwas sehr idividuelles.
großartig.

Und das coolste: Unser Theratermin, der im Moment am Donnerstag liegt, passt so dermaßen gut in ihren Plan, dass sie uns gleich morgen schon das erste Mal begleiten kann. 🥳
Dann können wir uns auf dem langen Weg schon mal weiter beschnuppern. Finde ich auch klasse.
Das Taxifahren ist nämlich wirklich auch eine enorme Belastung für uns.

Auch das „duzen“ ist dort voll kein Problem. Der Leiter hat gefragt, wie wir angesprochen werden möchten und dann haben wir halt erzählt, dass wir mit Luna oder im Systemnamen als Viele mit lunis angesprochen werden. Na und…dann schreibt er schon per Messenger: „Hi lunis, ich hätte da ein Terminangebot“
Ziemlich cool. Also einfach schon aus dem Aspekt, dass die wirklich individuell arbeiten.

Dann sehen wir morgen die Bezugsbetreuung wieder und bin echt gespannt, wie sich das so entwickelt.
Aber es sieht erstmal so aus, als könnten wir doch endlich mal Unterstützung bekommen.
So ganz im Gegensatz zu dem Jahr mit dem alten verein.

Aber gut, da hatten wir ja verschissen nach der Sache, ne? Muss man einsehen….
Also wir denen jetzt die Kündigung des Betreuungsverhältnisses geschickt haben, bekamen wir einen Brief mit
Gerne lösen wir das Betreuungsverhältnis mit sofortiger Wirkung“
Das ist das erste, was ich denen seit längerem glaube.😂
Die wollten uns ja eh loswerden.

So. Das war das nächste, das uns diese und die letzte Woche sehr beschäftigt hat.
Und immer noch nicht alles….

Aber möge sich dieser erste Eindruck mal stabil halten. Toi toi toi…..

Hallo Klischee. Ich bin einfach zu sympathisch *haha

In der letzten Woche ist viel passiert.
Viele Termine, viel Organisatorisches.
Hier berichten wir erstmal über diesen einen Bereich:

Wir waren bereits zweimal in einer Ambulanz für Autismus-Spektrums-Störungen zur Diagnostik.
Aber es braucht noch einen weiteren Termin, bis wir erfahren, ob die Diagnose gestellt wird/werden kann oder nicht.
Wir haben uns ein bisschen aufgeregt, weil wir dort von Anfang an gesagt hatten, schon bei der Anfrage, ob wir dorthin kommen dürfen, zu differenzieren, was Traumafolge ist und was ins Autismus-Spektrum fällt, wir aber trotzdem zu einem Jungspund geschickt wurden, der uns dann jetzt beim zweiten Termin sagte „Naja er ist nicht der Autismus-Spezialist“. Hrrrrrr
Aber von Vorne.
Erster Termin, fällt kurz aus. Er entschuldigt sich, seine Sekretärin hat einen Fehler gemacht. Normalerweise sollte der Termin etwa 2 Std dauern. Er hat nur eine halbe. Das reicht für allgemeine Anamnese. Bla bla.
Wir kommen zum Thema Trauma, wir erwähnen die DIS. Er hmhm. Also so richtige Identitäten oder nur unterschiedliche Charakterzüge? Äh….Was? Nene schon Identitäten. Ich meine Skid D und so, ne? Wegen unterschiedlicher Charakterzüge habe ich die Diagnose wohl nicht bekommen.
Er: hmhm.. Ja aber ich finde die DIS wird überschätzt. Das ist doch nur eine Stressreaktion.
Ich denke mir: Halt die Klappe, ich bin Keks sei dank nicht hier, um meine DIS Diagnose von ihm bestätigen zu lassen!)
Aber eine sehr sehr traurige Aussage für eine Psychiatrische Ambulanz, ganz ehrlich!

Er fragt mich alles mögliche, auch Bereich Psychose und so. Und „Sehen Sie manchmal Dinge, die andere nicht sehen“
Ich muss mir dabei immer verkneifen, woher man das weiß 😁
Dann reitet er auf unserer Gangstörung herum und wie körperliche Ursachen seinerzeit ausgeschlossen wurden.
Nein, wir hatten keine Lumbalpunktion. (Dafür eine Menge anderer Untersuchungen)
Er war deswegen sehr pikiert, ritt mehrere Male darauf rum, dass er das schon gut finden würde, wenn man das mal machen würde und ich sagte :“Nein Danke“
Er erzählt mir, dass er als 17 Jähriger mal eine hatte, und dass das gar nicht schlimm war“
Ich sage „Schön für Sie“ (uppsi hab ich das wirklich gesagt? Naja öhm tüdelüüü)

Naja dann mussten wir halt noch mal hin, weil da war die Zeit rum.
Der nächste Termin wurde auf 1,5 Stunden geplant.
Er kam 20 Minuten zu spät und gedauert hat der Termin dann auch nur 30 Minuten.
Auf sowas stehe ich ja gaaanz enorm. hrrr
Verwechselte mich erstmal und erzählte mir was, worüber er noch nachgedacht hat, das gar nicht zu uns gehörte. Oh verwechsel ich Sie gerade? Äh JA!

Stellte ne Menge Fragen aber so im Eiltempo, würgte mich dauernd ab, ließ mich nicht ausreden, keinen zweiten Aspekt benennen. Er ging mir extrem auf den Sack.
Und dann kam seine Aussage, die mich wirklich aufgeregt hat:
Er meinte dann nach so kurzer Zeit: Tja ich finde es schwierig, wir haben hier eindeutige Kriterien, die für eine ASS sprechen: Gestörte soziale Interaktion, gestörter Blickkontakt, repetitive Verhaltensweisen und so weiter … aber ich sag Ihnen ganz ehrlich, Sie wirken mir zu sympathisch, für einen Asperger.

Ich 😳

Okay ganz ehrlich? Mir schoss so viel durch den Kopf, war aber kaum noch in der Lage irgendwas dazu zu sagen.

Ich dachte spontan an Freunde, die Asperger sind, die sind durchaus auch sehr sympathisch und diejenigen, die YT Kanäle haben und aufklären sind es auch. Komisches Argument.

Wisst ihr, wenn es um Nicht-Erfüllung von Kriterien ginge, wenn es darum ginge, dass es einfach nciht passt und vieles doch eher zur Traumafolge gehört alles gut und schön. Aber so eine Aussage?

Wir haben dann noch eine laaaaaange Mail geschrieben. Dass wir davon ausgegangen sind, dass wir über die Klischee-Autisten mittlerweile hinaus wären.
Dass es wohl in unseren Augen nicht so sein kann, dass man als Aspie entweder „der Arsch“ ist, der sich einfach unmöglich benimmt oder sabbernd und schaukelnd in der Ecke sitzt.

Klar. Ich weiß, dass wir sympathisch wirken. Das ist aber auch ne ganze Menge Berechnung und Arbeit. Gelernt. Angeeignet, abgeschaut.
Wir haben in der Mail alles geschrieben, was wir noch wichtig finden und was wir nicht sagen konnten, weil er seine Checkliste im Kopf schon abgehakt hatte und wir ja sowieso zu sympathisch wirken? Na aber hallo.
Naja er sagte dann ja auch, dass er nicht der Experte dafür ist und wir deswegen nochmal kommen sollen. Er gibt seine Infos an den Chef weiter und den treffen wir dann im September. Früher geht es leider nicht.
Warum hat man uns überhaupt zu dem Nicht-Experten-Jungspund geschickt?
hrrrrr

Da bin ich mal gespannt, ob der Chef vernünftiger drauf ist.
Ich habe mich auch beschwert, dass das alles mal so eben flott ging (anders als gesagt wurde) und ich mir eine vernünftige, faire und saubere Diagnostik wünsche.
Er hat sich sogar für die Mail bedankt und hätte aber allen Grund gehabt, sich ans Bein gepinkelt zu fühlen.

Ja auch Sorry, dass es mir nicht egal ist, was andere denken. Sollte es wohl offenbar, wenn ich Aspie wäre. 🤷🏻‍♀️
Aber das ist ja auch „antrainiert“ oder anerzogen so mitten drin im Trauma, ne? Es hat einem einfach nicht egal zu sein.
Sorry, dass ich Freunde habe, das gehört sich als Aspie offenbar auch nicht. Geschweige denn einen Ehemann. 😳🙄

Ich bin dann mal gespannt, was am Ende dabei herauskommen soll.
Ich bin ja auf die Diagnose nicht angewiesen, noch brauche ich sie noch will ich sie.
Es geht mir am Ende ja auch nur darum, zu wissen, was los ist und vielleicht an manchen Stellen etwas besser einsortieren zu können und vielleicht gnädiger mit uns sein zu können.
Aber wenn ich den Aufriss schon mache, will ich dass es fair zugeht und nicht – mal wieder – nach Fassade – geurteilt wird.
Das tut nämlich einfach immer wieder weh!

Genauso wie in Traumaklinik einfach gesagt wurde „Ach, man sieht Ihnen Ihre Angst gar nicht an“
Ach ja prima. dann habe ich wahrscheinlich keine. Macht nix. Danke für nichts.
Immer diese Fassade. Und wir können die ja nicht mal los lassen, wenn wir wollen.

Wir haben uns in der letzten Zeit schon ausgiebig mit den ASS beschäftigt und vieles passt ziemlich gut.
Aber ich habe kein Problem damit, wenn es das doch nicht sein sollte.
Nur komme ich über das „Argument“ nicht hinweg: Sie wirken einfach zu sympathisch….

jaja. Herzlichen Glückwunsch. Hallo Klischee








Komische Gedanken

_Netzfund

Soooooo und dann frag man sich hier, warum man Achtbeiner echt eklig furchtbar trallala findet aber einen Oktopus nicht. Hat gleich viele ähm nennen wir es: Beine 🤷🏻‍♀️

Jemand sagt: „Ein Oktopus hat keine Haare an den Beinen“

Umgehend zeigt mein Kopfkino mir einen Achtbeiner auf dem Badewannenrand – dabei sich die Beine zu rasieren

🤣🤦‍♀️

Die Tage so….

Puh

Danke erstmal, für die Kommentare, die es zum Beitrag „im Galopp durch die Kacke“ dann doch noch gab.
ich weiß, es ist total schwer dafür Worte zu finden…aber wir hatten/haben echt Angst, als keine Rückmeldungen kamen.
Angst, mit welchen Augen ihr uns nun anseht.
Aber auch die nettesten Worte bringen wenig. Es kommt nicht an.
Gefühlt sind wir Ausgetoßene.
Und es wird sowieso früher oder später jeder gehen. Abwenden….
Völlig zu recht.

Während es drinnen bettelt und schreit und das Gefühl da ist, elendig zu verrecken.
MM ist eine Stunde Einkaufen und das Gefühl ist, er ist seit Tagen weg und wird nie nie wieder kommen. Wir verhungern hier.
Haben nicht mehr auf dem Schirn, dass es so etwas wie Telefone gibt und man sich ja bemerkbar machen könnte.

Im Moment ist es alles irgendwie schwer.
Die Gehirnkapazität ist bei Minus 1. Nach einer halben Einkaufsliste schreiben, sind wir schon so durch und dissoziiert, dass wir nicht mal mehr wissen, was man überhaupt essen kann.
Kann man Popapier essen?
Ich kann kaum von der Tapete bis zur Wand denken und das hier schreibe ich seit Stuuuuuuunden….. 😫
Nö mittlwerweile Tagen….

Uns klatscht auch grade zusätzlich alles an Bindungstrauma um die Ohren, was irgendwie nur geht.

Und ich hasse das Wort sogar schon „Bindungstrauma“. Aus Gründen….weils es mir immer wieder in einer Therapie um die Ohren geklatscht wurde, als keine Connection mit einer Therapeutin hergestellt werden konnte (was aber in denKlinikaufenthalten davor ging) also sozusagen als Vorwurf und als Ausschluss. Es lag nur an uns. Hmnja. Naja.
Klar hat man Bindungstrauma. Wie sollte es auch anders sein?

Aber ach…das ist so das gewesen, was seit Tagen hier als Entwurf rumliegt und nicht weiter geschrieben wurde.
Es geht uns nicht gut. Nicht mal annähernd.
Und es gibt einfach nur keine richtigen Worte. Oder der Gesamteindruck ändert sich alle Nase lang.

Vieles fühlt sich irgendwie bedürftig an, ab und zu kommen heute sogar die Tränen.
Aber es wird dann direkt von Innen wieder niedergeschmettert. Aus unterschiedlichen Richtungen.

Sei endlich still!
Sei doch endlich still!

Das alles macht großen Druck *hier bitte destruktives Zeug einfügen
Druck, der aber nirgendwo hin kann.
Manchmal ist es auch so, dass das Gefühl da ist, dass der nächste Gedanke, das nächste Gefühl, der nächste Lufthauch uns wahnsinnig werden lässt. Irre. Durchdrehen. Sabberndes Gemüse in der …Psych … oder so ähnlich.

Aber so viel kotziges Selbstmitleid, das auch einfach nicht angemessen ist oder so.
Mal nett ausgedrückt.

Und ich bin eigentlich schon mit der Woche überfordert. Obwohl sogar was Gutes ansteht. Anstrengend aber gut. Am Wochenende aber erst. Und bis dahin ist ein weiter Weg.

Und eigentlich fühle ich mich mit Atmen schon überfordert.










Mail an die Thera/ Bindung, Hoffnung

Um es festzuhalten…

Puh….

Hallo.

Ich muss etwas sagen. 
Es gibt ein Loch in uns drin. Ein Loch, das nicht zu füllen ist. Es fällt alles unten wieder raus. Nur die Zeit, die es braucht um wieder Leere zu hinterlassen ist unterschiedlich.

Nichts hat für mich eine längere Haltbarkeit als Majonäse in der Sonne. Kein Versprechen, keine Zuneigungsbekundung, gar nichts. Egal ob durch äußere Faktoren oder meine Verfehlungen, jederzeit kann etwas dazu führen, dass das vorher Gegebene zurückgezogen wird oder zurück verlangt wird – mit Zinsen. Es gibt keine Sicherheit. Nie. Und nirgendwo. An keinem Ort der Welt und in keinem Schoß eines Menschen. 

Ich will mich nicht an Menschen binden. Ich will niemandem trauen. Selbst wenn sie es nicht böse meinen, können sie mich metaphorisch oder real mit 5 Wörtern töten. Was soll dann erst passieren, wenn sie es darauf anlegen? Bin ich erst gebunden, haben sie Macht über mich. Gegenstände, tote Materie ist besser, sie tut mir nicht weh. Aber diese kann man verlieren. Dinge können verloren gehen oder kaputt, ein Feuer kann alles was ich besitze zerstören oder jemand nimmt es fort. Also will ich mich auch nicht an Dinge binden.Es ist besser so. Und ich hasse es, dass andere Innen und Außen sich binden wollen, vertrauen wollen und so widerlich bedürftig sind, dass es kaum auszuhalten ist. Aber dann ist da dieses Loch. Es bringt alles nichts. Und das Vorhaben einfach nie wieder eine Mail an dich zu schreiben, weil allein das Hoffen und Warten auf eine Antwort zu viel ist und vor allem zu Unrecht erhofft,  wegen des niemals füllbaren Lochs und des fehlenden Wertes meiner Person, kippt immer wieder.  Weil dieses „nie wieder“ offensichtlich für einige schon nach 5 Minuten vorbei ist. Ich finde, dass „nie“ eine deutlich längere Zeitspanne sein sollte, aber jemand sagt, es fühlt sich an wie nie, das nie, das ewig gedauert hat. Lächerlich. Ich versuche zu bremsen. Ich versuche es wirklich und schreibe dann jetzt selbst. Was ein Widerspruch in sich. Alles, was manche erhoffen, ist zu viel. Und selbst zu viel ist denen nicht genug. Ich sage man muss aufhören zu hoffen.Wie heißt es so schön? Töte die Hoffnung. Wer ohne Hoffnung ist, ist frei. Frei von den Abhängigkeiten, von menschengemachtem und zufälligem Glück und Unglück. Ist frei von Emotionen, die auch nur Zerstörung mit sich bringen. Da schließt sich der Kreis.
Hopeless, 15 Jahre alt

Im Galopp durch die Kacke

So.
Ich nehme Bezug auf die „Kakerlake auf Pizza“ einen Beitrag zuvor und setze ihn als gelesen voraus.
Nach gefühlt einem halben Jahr, das in Wahrheit wohl etwas um die sechs Wochen, vielleicht auch mehr sind,
die wir nicht schreiben konnten, was hier eigentlich los ist, sind wir nun an einem Punkt, an dem wir es können.
Und wollen. Und müssen.
Und zwar im Galopp durch die Kacke.
Es spritzt, es wird übel. Aber so soll es jetzt sein.

Alles andere ergibt keinen Sinn mehr.
Unser Beitrag erscheint jetzt mehr oder minder zeitgleich mit dem auf einem anderen Blog, aus der jeweils anderen Perspektive. Ich verlinke jetzt nicht, weil es den Lesefluss stört.
Wir haben uns gemeinsam dazu entschieden offen damit umzugehen.

Es gibt seit Wochen hier mehrere Faktoren, die riiichtig „blas mir mal das Hirn (und den Körper gleich mit) weg“ sind.
Über einen davon kann ich nun schreiben.
Das, was uns konstant nun seit Wochen beschäftigt:

Wie ihr wisst, machen wir seit Monaten Videos auf YT. Wir sind sichtbar geworden. Er.leb.bar.
Und es passierte das, was wir immer gefürchtet haben. Seit langer Zeit eine unserer größten Befürchtungen war:
“Was ist, wenn uns jemand erkennt?“
Aber es war ein bisschen anders als befürchtet….

Man kam ins private Gespräch/ schriftlich mit dem System myokard.
Eigentlich erstmal einfach so, wobei sich herausstellte, dass es denen schon darum ging, Kontakt zu uns herzustellen…weil….tja offene Fragen und so.
Jede Menge Rumgedruckse: „Ähm was ist wenn, wenn wir etwas aussprechen“, fragten sie.
Na dann mal raus damit, sagten wir, die im Alltag dank diverser Forenerfahrungen doch recht triggerfest sind, nicht ahnend, um was es nun gehen sollte.

Was dann kam… haut uns buchstäblich um.

Und ich sage es vorweg: Es geht jetzt nicht um die 100% Feststellung. Es geht nicht darum, nun zu sagen „war so“, ganz sicher, klar.
Ich meine man ist dissoziiert. Wann ist jemals irgendetwas wirklich „klar“?
Das mal ganz dringend vorweg. Wir versuchen Beide-Viele, uns nicht in etwas zu verrennen, reflektiert zu bleiben.
Aber Wahrscheinlichkeiten sind Wahrscheinlichkeiten und je mehr davon zutreffen, umso un-wahrscheinlicher werden mache Dinge/ Aussagen/ Gedanken wie: „nie im Leben“

Oh jeh ich tanze um den heißen Brei. Sorry. Ich merke es selbst. Ich weiß aber noch immer nicht, wie man das alles in adäquate, alles abdeckende Worte fassen soll.

Jedenfalls scheint es so zu sein, dass wir uns aus unserem Traumakontext kennen (könnten). Es gibt verdammt viele Parallelen. Zeit, Ort, Gelegenheit, Personen, Namen….
Was als vage Vermutung begann, endete bei uns etwas expliziter mit dem fast explosionsartigen Sichtbar-Werden einer Innenperson von uns (nennen wir sie mal hier Nina), die einen ellenlangen Text verfasste. Zu meiner (Mokey) Bestürzung mit mir im vollen Beobachtermodus.
Kein Ausfall, kein Blackout kein Nix. Ich bin massiv von den Socken.

Der Inhalt? Einfach nur krass. Was da an Wissen auftaucht, an Beschreibungen.
Mit ihr zusammen kommt das starke Gefühl von großer Vertrautheit zu myokard. Und das ist noch sehr tief gestapelt
Und so ein Gefühl hatten wir noch nie. Klar, manche Systeme mag man, hat man auch wirklich wirklich gern. Schon nur beim Lesen, ohne sich noch näher zu kennen. Aber diese Vertrautheit ist ganz anders.
Nina möchte, dass wir das schreiben:. Weil es für sie ist, als würde sie diesen Menschen, dieses System, lieben wie ihr eigenes Kind.
Klingt voll pathetisch. Ich weiß. Soll aber hier stehen, weil es genau das Gefühl ist. Und in die Geschichte passt, die sie aufgeschrieben hat.
Seit wir myokard am Telefon hatten, seitdem wir ein Video sahen, indem die Bewegungsmuster klar wurden, wir als gesichtsblinde Personen können uns null an Fotos orientieren, kam die Vertrautheit, das Bekannte, das Gefühl, das vorher etwas war wie…das könnte ….Deadname sein.
Und sehr sehr viele Tränen mit dem Gefühl „Da sind sie! Ich habe eines „meiner“ Kinder gefunden, eines der Kinder, das ich retten wollte.

Und natürlich muss das nicht so sein, natürlich kann man sich irren. Klar. Das muss gesagt sein

Und mit Nina, besagter Innie, kam eben auch einiges an Zusammenhängen auf, mit denen unser ganzes Sein und Agieren in der Welt mitsamt Blog und YT einen Sinn ergibt. Plötzlich so logisch, so klar.

Denn wir waren, wenn das alles so stimmen sollte, älter als myokard damals.
Und damit kam wohl ein massiver Drang / Wunsch zustande, die Jüngeren in bzw. aus diesem Traumakontext retten zu wollen – aber nicht zu können – denn wir waren ja selbst nicht frei/willig dort. Aber das zu erkennen…da fehlt es noch dran…
Und dadurch erkennen wir gerade, warum wir immer seit unserer Bewusst-Werdung der DIS den Drang hatten, etwas zu tun, das anderen hilft. Foren für Betroffene zu bauen, zu bloggen, jetzt zu Youtuben. Warum das Bloggen als einzige Dokumentation/ Tagebuch überhaupt funktioniert.
Wir wussten schon, dass das damit zu tun haben musste, dass wir das nicht für uns alleine irgendwo hin schreiben –
Aber es geht offenbar viel mehr darum, zu helfen. Es ist nicht für uns.
Es ist böse gesagt so ein „Helferkomplex“. Das Wort hat immer so einen fiesen Beigeschmack aber es ergibt nun totalen Sinn.
Und mir wird klar, vieles von dem, was wir tun, hat damit zu tun. Zu helfen, Wiedergutmachung zu leisten, stellvertretend.

Das Sichtbar-Werden von Nina hat hier natürlich alles durcheinander gewirbelt.
Die gesamte Körpersymptomatik, die wir im letzten Beitrag schon geschrieben haben, fluktuiert munter weiter.
Ich kann schon gar nicht mehr in Worte fassen, was hier drin im permanenten Wechsel abgeht. Von „Tralala…alles nicht wahr…ja, erzähl denen noch ein bisschen mehr, dann können sie uns endlich als Fake entlarven.“
Bis hin zu „Ich muss zu dem speziellen hoch gelegenen Ort und von dort das Fliegen lernen“ (*öhm ja. das war jetzt denke ich passend ausgedrückt.)
Ansonsten noch: Viel viele Schuldgefühle, Abwertungen, die Hoffnung schon fast, dass uns deswegen die Thera nun rauswirft (tut sie nicht…. why???), die Angst, dass uns die Thera deswegen rauswirft.
Einfach so voll zu sein mit Schuldgefühlen, weil….tja keine Ahnung…. Nina nichts getan hat, um Dinge zu verhindern.

Was Nina hier aufschrieb hatte diverse Namen parat von den jüngeren „Teilnehmern“ *hust in Ermangelung eines besseren Wortes….die sie gerne gerettet hätte. Und darunter befanden sich auch der Deadname plus Innienamen von Myokard.
Zufall? Hmmmm
Ja es gibt Zufälle, aber wenn sie im Rudel kommen und dich wie eine Büffelherde überrennen…wird es….merkwürdig.
Sagen wir es mal so.
Aber was stellt man damit jetzt an?
In der Realität erstmal gar nichts.
Wie gesagt: Eine 100% gibt es nicht, wenn beide Systeme sind und dissoziieren und nur Bruchstücke der Geschichten kennen. Das, was da ist, gleicht sich schon sehr. Okay.
Man wird es sehen. Auf sich zukommen lassen. Was mit der Zeit noch kommt und was nicht.
Und was wir dann tun.

Nina ist mir (Mokey) manchmal sehr nah. Näher noch als andere von uns, die ich auch gut kenne.
Somalia zum Beispiel kenne ich sehr sehr gut, wir können uns bewusst abwechseln. Aber dennoch empfinde ich nie ihre Wut mit sondern schaue sie mir nur an. Das macht es umso krasser, dass ich aber Nina spüren kann, obwohl sie für mich so neu ist.
Und ich weiß nicht, ob mir das so lieb ist.

Aber deswegen, weil ich das kann, weiß ich, dass ich sie nicht verurteilen kann für das, was sie getan und nicht getan hat.
Sie tut es, sich verurteilen meine ich. Andere Innies von uns tun es. Aber die verurteilen uns schon fürs Atmen.

Es ist nicht leicht.
Es ist möglicherweise das erste Mal, dass es eine Art von Bestätigung von Außen für uns gibt. Wenn es denn wirklich so so wäre. Das macht Angst und lässt alles sehr irreal werden.
Wir brechen ebenfalls hier gerade jeden Tag so ziemlich alles an Redeverboten, die es so gibt. Das macht es nicht gerade einfacher. Aber Nina steht hier und sagt „Ich will jetzt das Richtige tun“.

Was aber eben auch heißt, dass der Körper abkackt, Lähmungen produziert. Mehr als sonst. So richtig, dass es einem die komplette (bevorzugt die rechte) Seite wegknallt. Oder auch mal das Ohr komplett taub ist.
Und, dass wir unendlich viele Flashbacks haben und uns da durchzappen, wie durch ein schlechtes Fernsehprogramm zur PrimeTimeHorrorNight.
Und echt richtig richtig fertig sind.

Eines muss gesagt werden:
Für uns war immer klar, dass wenn und falls wir etwas entdecken, erinnern, dass auf uns als Täter hinweist, wir uns selbst anzeigen würden. Und dazu stehen wir weiterhin.
Im Moment ist es ja so, dass es eher darum geht, was wir nicht getan haben – was Nina aber hätte tun wollen…
Aber auch das ist eigentlich für uns gefühlt schon viel zu viel.
Und noch sind da zu viele Brüche drin, zu viel, das auf Gefühl beruht. Damit nimmt uns ohnehin niemand ernst.

Also abwarten.


So ist es erstmal wie es ist.
Und wir müssen damit irgendwie umgehen.
Nur wie wissen wir noch nicht. Und innerlich einig sind wir uns damit auch nicht. Hahah das wäre ja auch mal was ganz neues.


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