Angst eine Diagnose zu geben

Zu Gestern fällt mir noch etwas ein zur Therapieverhinderung und Ausstiegsverhinderung.
Und irgendjemand in den Blogs fragte vo einiger Zeit mal nach schlechten Erstgesprächen, glaube ich. Vielleicht habe ich das aber auch nur geträumt.
Ich fasse zusammen:

Weiterlesen „Angst eine Diagnose zu geben“

Blogbeitrag des Monats – Initialzündung

Birke hat die Idee ja schon mal angesprochen.
Liebe Leute, liebe DIS Blog Gemeinschaft und alle, die sich sonst noch so von einem Thema angesprochen fühlen:

Wie wäre es? Wir machen ein „Blogbeitrag des Monats“ jeden Monat ein Thema.
Und da ich gerade damit beginne, schlage ich folgendes leichtes aber zutiefst interessantes Thema vor:

„What’s in your Bag?“

Also: Was ist in eurer Tasche?
Handtasche, Rucksack, Hosentasche….all die Dinge, die ihr immer mitschleppen müsst, wenn ihr das Haus verlasst.
Eure Skills, Helferleins und alles, was eben so mit muss.

Was meint ihr? Macht ihr mit?
Fotos sind natürlich auch gerne gesehen.

Auf „Los“ gehts los.
Auf in den März und in den Start?

Auf die Tasten

Fertig?

Loooossssssss!

 

Amnesien und Cobewusstsein

Inspiriert vom Blog Schlendrian und auch als Antwort auf die Fragen dort.

Wenn die Persönlichkeit wechselt, gibt es viele Möglichkeiten, wie man das erleben kann. Und keine davon ist in Stein gemeißelt.

Bei uns ist das vor allem Alltagssystem schon so, dass (heute) eher weniger Lücken = Amnesien auftreten. Früher war das, glaube ich, anders.
Hier arbeitet man Hand in Hand – was aber Aussetzer und seltsame dissoziative Phänomene nicht ausschließt.
Wir nennen das schlicht „man ist verpeilt wenn…“ da passieren auch schon mal schräge Dinge a la „oh das habe ich wirklich schon gemacht?“
Man will zum Beispiel die Wäsche hochholen und die Waschmaschine ist bereits leer.
Man kauft eine gewisse Menge von irgendetwas ein und stellt fest, das hat man das letzte mal schon gemacht und hat nun … naja …einen größeren Vorrat.
Solche Dinge eben.
Je nach Innenvorgängen und Stress ist das mal mehr mal weniger gut funktionierend, nebenher das alles so mitzubekommen oder in längere oder kürzere Amnesien und verfallen.
Oder sich kontraproduktiv abzuwechseln. Soll heißen: Keiner bekommt etwas fertig und irgendwann steht man in einem Wust angefangerer Aufgaben: Eine halb ausgeräumte Spülmaschine, ein nicht zu Ende geputztes Badezimmer, die Musik läuft, während der TV an ist und jemand ein Buch liest. Dann ist es so richtig chaotisch. Innerlich wie äußerlich.
Früher ist uns dann auch öfter mal die Badewanne übergelaufen weil jemand das Wasser eingelassen hat und dann wurde gewechselt.
So verbrennen auch gerne mal Kekse im Backofen ;-)

Wir haben ja keine feste Alltagsperson sondern ein Team.
Hier stellt sich also sowieso immer die Frage „wer bin ICH eigentlich?“
Weil es so rummatscht, mehrere gleichzeitig da sind und manchmal auch alles kreuz und quer geht.
Schlendrian sagt, es macht ihm Angst, dieses CoBewusstsein. Nicht eingreifen zu können und erleben zu müssen, was auch immer gerade getan wird.
Ja, das kann ich nachvollziehen. In gewisser Weise hat es uns geholfen, zu erleben, dass wir untereinander keine Feinde sind. (Aber ich bin mir nicht sicher, ob das für alle lunis gilt…)
Es IST gruselig, wenn man sich Dinge tun sieht und sagen hört, ohne eingreifen zu können ohne Frage. Nur, dass wir das selten bewusst wahrnehmen. Weil es irgendwie schon sehr sehr lange so ist.
Man macht sich einfach nicht so den Kopf darum. Das mag zwar irgendwie auch naiv bis  verdrängend sein aber….nun…so ist es halt.
Ich persönlich weiß es nie. Wer ist wer und wo ist wer?
Es ist (im Alltag) größtenteils so, dass ich bewusst mitbekomme, was gerade geschieht.
Aber ich kann sogar davon überzeugt sein, dass ich gerade agiere und irgendwo feststelle, dass doch etwas an mir vorbeigelaufen ist.

So „die rechte Hand weiß nicht, was die linke tut“. Ja, das trifft es irgendwie noch am ehesten.

Und das läuft auch in meinen Kopf dann irgendwie an mir vorbei.
Und ja! Das ist total schräg.
Wenn man dann feststellt, dass man nur die halbe Realität mitbekommt, ist das tatsächlich auch ein bisschen strange.

So geht vieles hier auch so halb CoBewusst. Oder sind wir uns einander dann kaum bewusst?
Ich kann zum Beispiel manchmal auch rauchen, während eine Kleine plappert, die die Zig kaum wahrnimmt. (Andererseits manchmal kann ich denken, ich rauche und möchte mich schnell mal bekotzen, weil es so eklig ist. Dann bin das dann eben irgendwie doch nicht ich, ohne es zu merken)

Zwischen vollem CoBewusstsein und nebeneinander her ist so ziemlich alles möglich.
Man bekommt Teile mit. Ich koche und jemand unterhält sich mit MM und ich bekomme das Gespäch eigentlich nicht wirklich mit. Ich kann nur so ein Murmeln hören  und merke, dass ich antworte aber ich bekomme nicht mal mit, was ich da sage.
Ich koche dann einfach und nehme es hin. Bzw hoffe dann, dass es nicht so schlimm ist, das nicht wirklich mitzubekommen und dass MM hinterher nicht sauer ist und denkt ich hätte ihm nicht zugehört.
Oder ich denke, ich bin da und plötzlich kann ich aber irgendwas nicht mehr, das ich sonst kann. Dann stehe ich da und frage mich, wie ich das sonst gemacht habe…ein Gericht zu kochen zum Beispiel oder ein Gerät zu bedienen oder oder oder….

Dann gibt es natürlich auch die vollen Blackouts.
Das ist klar. Da bekommt man dann halt gar nichts mehr mit. Aber ich muss ehrlich sagen, dass die mir mehr Angst machen als dieses „halbe“.
Ich bin ein Kontrollfreak. Ich hasse es, nichts zu wissen und mir nicht mal die Illusion erhalten zu können, dass ich irgendwas hätte tun können.
Denn das rede ich mir bei diesen Halbzuständen immer ganz gut selbst ein. „Nö, ich könnte ja, wenn ich wollte… Offensichtlich will ich halt wohl grade nur nicht“.
Das kann ich mir sogar ganz gut während dieser Stupor / Freeze Zustände einreden.
Ich fürchte, in mir selbst was vormachen bin ich richtig gut.
Aber es reduziert die Angst. Also ist das vielleicht gar nicht verkehrt.

Dann gibt es so Dinge, in denen wir wechseln und ich nicht …. denke, dass wir gewechselt haben. Es fühlt sich zum Teil immer noch so an, als wäre ich ich. Ich bin ja da! Ich handele und rede und bin von dem, was da gerade aus mir rausblubbert total megamäßig überzeugt. Als wäre ich das. Nur, dass das so anders ist, als ich sonst so wäre.
Wenn wir mit unserer Therapeutin streiten zum Beispiel. Also wenn mal wieder etwas in unserer Wahrnehmung total schief läuft und wir sie doof, missachtend, inkompetent, sie glaubt uns nicht, und was weiß ich noch alles so finden, und dann rumschimpfen wie ein Rohrspatz.
Jetzt im Moment komme ich da so gar nicht richtig dran, was dann da eigentlich genau passiert. Deshalb ist das gerade total schwer zu beschreiben.
Ich kann dann total böse Mails schreiben und unterschreibe die mit meinem Namen und denke, ich habe die geschrieben, dabei…ist das wohl eher nicht so.
Da mischt sich etwas ein. Übernimmt mich. Oder auch andere von uns so dermaßen …

Ich denke da gerade an so Neuroparasiten im Tierreich. Es gibt einen Parasiten, die nistet sich ein und bringen das Insekt dann dazu sich völlig widernatürlich zu verhalten. Also es lebt dann nach dem Willen des Parasiten, ohne zu merken, dass es gegen das eigene Überleben geht.
Ja, so ungefähr muss das sein.

Das ist gerade alles, was mir dazu so einfällt. Ich denke aber, das Prinzip ist jetzt klar, selbst wenn ich etwas wichtiges vergessen haben sollte.
Liebe Grüße
Luna