Spurlose Gewalt?!

Ist die Gewalt, die wir erlitten haben spurlos (an uns vorbei gegangen)?
Ist es wirklich so, dass es keine Beweise gibt?

Naja: Ja und Nein.
Wer sich schon mal mit Foltermethoden beschäftigt hat, der ist ganz sicher auch auf den Begriff „weiße Folter“ gestoßen.
Das bedeutet, es gibt Foltermethoden, die keine oder kaum Spuren hinterlassen. Also nein, sorry.
Keine oder kaum körperliche Spuren.
Denn seelische Folgen hat das auf jeden Fall.

Was ist denn weiße Folter?
Ich kann euch einiges aus unserem Erfahrungsschatz erzählen:

Achtung! Es folgen Beschreibungen von Methoden zur Folter.
Passt auf euch auf!

Schlafentzug: Muss man nicht zu erklären oder? Jeder kann sich vorstellen was darunter zu verstehen ist.
Man wird davon abgehalten zu schlafen. Mit Licht, mit Geräuschen und anderen gruseligen Methoden.
Folge: Man wird „weichgekocht“, man kann nicht mehr klar denken, man fängt nach einer gewissen Zeit an, zu halluzinieren, man wird Hypnosetechniken und anderen mentalen Beinflussungen zugänglicher.
Eine gute Methode, um den Willen des Opfers zu brechen.

Waterboarding:  Ist eine Form des simulierten Ertränken.
Die häufigste Anwendung ist bewegungsunfähig auf ein Brett geschnallt zu werden, die Füße liegen höher als der Kopf.  In der Regel wird ein Handtuch über das Gesicht gelegt, manchmal ist es auch perforierte Frischhaltefolie. Dann wird Wasser über das Gesicht gegossen. Die Atemwege laufen voll während durch die Schräglage keine Gefahr droht, dass das Wasser in die Lunge gelangt. Das Gefühl ist jedoch das des ertrinken/ersticken.
Die Panik dabei ist unfassbar groß. Nahezu unbeschreiblich. Es ist pure Todesangst.
Diese Foltermethode hinterlässt keine Spuren am Opfer, verursacht aber massive psychische Störungen wie zum Beispiel die posttraumatische Belastungsstörung.

Alternativen in der Ausführung ist das „unter Wasser drücken“. Hierfür wird nur ein genügend großes Gefäß oder Bassin gebraucht.

Ersticken:
Es gibt eine weitere Methode sein Opfer glauben zu lassen, dass es ersticken wird.
Man fesselt die Person beispielsweise an einen Stuhl und zieht eine Plastiktüte über den Kopf und wickelt noch ein paar Lagen Tape um den Hals, damit es auch schön dicht ist.

Je nach belieben kann es eine durchsichtige Tüte sein, damit die Folterer das Opfer beobachten können und das Opfer sieht, dass niemand zur Hilfe eilt und sich die Folterer zumeist noch eine Runde lustig machen. Das schlimmere Gefühl war für uns allerdings unter einer schwarzen Tüte. In der Dunkelheit ganz allein.

Auch das ist eine unglaubliche Todesangst. Man kann nicht fliehen ,man kann nicht kämpfen. Das Bewusstsein schwindet….

Deprivation: Das Abschneiden von Sinnesreizen.
Es gibt viele verschiedene Formen davon. Was wir erlebt haben:
Eingesperrt in einen kahlen Raum: Wahlweise mit einem weißen, grellen Licht oder in völliger Dunkelheit.
Manchmal dabei auch gefesselt und geknebelt,  so dass man sich selbst keine Reize geben kann.
Gefühlt Tage und Nächtelang in gleißendem Licht oder in völliger Dunkelheit. Das Zeitgefühl verabschiedet sich als erstes. Man weiß nicht mehr, ob es Tag ist oder Nacht, ob man schläft oder wach ist. Man beginnt zu halluzinieren.
Die Wahrnehmung verschiebt sich, man löst sich irgendwie auf. Wie ein zerfließen von allen Grenzen, von sich selbst.

Simuliertes lebendig begraben werden:
Muss man dazu noch etwas sagen?
Wir wurden in eine Kiste gesteckt und in der Erde vergraben.
Zumindest hört es sich so an, als würde jede Menge Erde auf die Kiste treffen.
Die Luft fehlt irgendwann, man beginnt sehr müde zu werden und gleichzeitig eine irre Angst und Panik zu haben. Man kann sich darin kaum bewegen und hat Todesängste.

Elektroschocks:
Hinterlassen so gut wie keine Spuren, sind dafür aber extrem schmerzhaft.

Ekeltraining:
Zähle ich einfach mal dazu, weil es auch keine Spuren hinterlässt.
Man wird gezwungen zum Beispiel verdorbene Lebensmittel mit Maden zu essen und das eigene Erbrochene wieder aufzuessen.
Eine Art Trichter oder eine Spange wird in den Mund des Opfers gesteckt, um ihn offen zu halten und Männer benutzen ihn als Urinal.

Und natürlich das Drehen worüber ich hier schon geschrieben habe.

Bis Heute haben wir von diesen Methoden schwere psychische Schäden.
Aber natürlich sind körperliche Schäden von allen Methoden nicht zu erwarten.
Aber heißt das dann auch, dass es nie passiert ist?

Nein natürlich nicht.

Es ist schon gut erklärbar, dass sich Folterer und „Menschen“ die etwas bestimmtes in einem Opfer erreichen wollen, der weißen Folter bedienen.
Und sich im Rahmen von (ritueller) Gewalt und Machtausübung gegenüber Opfern, dessen bedienen.
Genau aus diesem Grund: Schwer nachweisbar.

Folter zielt auf die totale Zerstörung der Persönlichkeitsstruktur ab. Den Opfern werden der freie Wille und das Vertrauen in andere Menschen jeglicher Art gebrochen.
Auch kommen häufig sexuelle Übergriffe hinzu.
Daraus können schwere psychische Störungen resultieren.
Dies sind vor allem die Posttraumatischen Belastungsstörung, Angststörungen, Depressionen, Persönlichkeitsstörungen und, wenn das Opfer jung genug ist, die Dissoziative Identitätsstörung.

Natürlich gilt am Ende bei einer psychischen Diagnose auch, dass man nicht nachweisen kann, woher diese Störung kommt. Aber dass etwas geschehen ist, ist wohl klar.
Eine Traumafolgestörung fällt nunmal nicht vom Himmel.

Folteropfern aus anderen Ländern wie zum Beispiel der Türkei und Syrien, wird hierzulande auch geglaubt. Sie bekommen Therapie, es gibt sogar Zentren für Opfer von Folter.
Wie kann man denn auf den irrigen Schluss kommen, dass hierzulande die „Menschen“ nicht auf solche Ideen kommen, so etwas niemals anwenden würden? Schon gar nicht an Kindern?
Alles, was ein sadistischer Mensch sich je hat einfallen lassen können, ist auch angewandt worden. Der Phantasie sind leider keine Grenzen gesetzt.

Unsere Diagnose ist unser Beweis dafür, dass etwas passiert sein muss.
Dissoziative Identitätsstörung und chronisch komplexe ptbs.
Nebst anderen Diagnosen wie Angst und Panikstörung und Zwänge und und …

Kindesmissbrauch lässt sich auch schwer nachweisen. Aber der wird nicht so sehr in Frage gestellt, wie rituelle Gewalt.
Habe ich eine DIS, wird mir eher geglaubt, dass ich durch einen nahen Verwandten anhaltende (sexuelle) Gewalt erfahren habe. Nicht aber, dass es auch rituellen Missbrauch gab. Denn dafür gibt es keine Beweise. Verrückt, oder?

Für den Missbrauch durch den Mann der Mutter habe ich ebensowenig Beweise. Dennoch ist er geschehen!
Und genauso ist auch der rituelle Missbrauch und die Folter geschehen.

Wir kämpfen um unser Leben. Haben etliche Symptome durch die oben genannten Foltermethoden. Wie zum Beispiel starke Klaustrophobie, wir fallen bei absoluter Stille im Raum in einen Flashback der Deprivation, haben täglich und nächtlich mit Erstickungsängsten zu tun, haben körperliche Flashbacks von den Elektroschocks,
Nur, um ein paar zu nennen.

Und zuletzt frage ich mich, wie man wohl mit den Kindern umgeht?
Wenn eines anfängt zu reden und vom Missbrauch erzählt und ob da die Leute auch daher kommen und fragen „Wo ist dein Beweis, Kind?“ 🤬

A/Part

 

 

 

 

 

 

3 Kommentare zu „Spurlose Gewalt?!

  1. Das ist das perfide das man es nicht beweisen kann, unsere thera sagt das der Körper sich erinnert, und das ist unverkennbar . einige der Beispiele sind uns leider sehr bekannt, wir haben Panikattacken wenn weißes Licht im Raum ist und flackert, oder wir haben in bestimmten Situationen extreme schwindelattacken, oder flashbacks mit Stromstöße…

    Gefällt 1 Person

    1. Ohjah. Das flackern ist für uns auch ganz ganz schlimm. Das macht gerade Konzerte recht schwierig. Gsd hat unsere Lieblingsband so etwas nicht.
      Ja der Körper erinnert sich. Genau so ist das.
      Ganz liebe Grüße an euch.

      Gefällt mir

Kommentar verfassen. Wenn du einen Kommentar schreibst, werden deine E-Mail-Adresse, dein Name, deine IP, der Zeitstempel und dein Kommentar gespeichert. Dein Name, die Webseite und dein Kommentar können von anderen Besuchern der Webseite gelesen werden. Wenn du "Benachrichtigung bei weiteren Kommentaren" anhakst, wird dies gespeichert und du erhältst entsprechende E-Mails. Mit dem Klick auf "Kommentar absenden" gibst du mir zur Speicherung und Verwendung für diese Zwecke die Erlaubnis.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s