Nächster Flashback

Und weg ist sie, die Stimme.
Verdammte Axt. ich kann gerade noch Wörter hauchen.

Der Versuch einen Mittagsschlaf zu halten, nachdem die Nacht so übel war, schlug fehl.
Bzw ich glaube ich schief ein und träumte zuerst.

Der Traum begann harmlos aber strange.

Wir waren in einer Klinik (so weit so klar). Besuchen kam mich die Mutter mit ihrem P. dem neuen Partner. Dann auch unser platonischer Freund, der uns 9 Jahre begleitet hat und auch viel mit uns mitgemacht hat, schließlich lebten wir zusammen erst zu zweit, dann noch mit unserer besten Freundin damals, in einer WG.

Dann zog in mein Klinikzimmer ein Mitbewohner ein, es wurde einfach ein Bett reingeschoben. Es sollte ein Mann mit mir im selben Zimmer schlafen.
Und ich wollte vorher da schon weg, dann aber erstrecht.
Ich flehte „Mama“ an, dass sie mich gleich hier und jetzt und sofort mit nach Hause nimmt.
Und sie sagte nein. Es wäre jetzt Ostern und sie und P. hätten beide frei und sie könnten, wenn ich nicht da wäre, das ganze Wochenende durchvögeln.
Und unser platonischer Freund fiel mir in den Rücken und sagte, dass ich denen das schon mal gönnen können sollte und ich sollte doch einfach in der Klinik bleiben. Es wäre doch ganz schön dort.

Ich fuhr mit dem Rollstuhl zum Schwesternzimmer. bzw hatte ich vergessen wo das war.
Ich brach auf dem Flur innerlich zusammen.

Hier wechselte es in den Flashback, ich war wach und davon gefesselt.
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Triggerwarnung: Foltererfahrung

Wir machen bei SofiesVieleWelten neuer Kategorie mit.
Foltererfahrungen.
Und fangen an, darüber zu schreiben.

Wie es gestern Abend begann:

Gestern Abend ist etwas ungewöhnliches passiert.
In zweiter Reihe, irgendwo hinter uns läuft ein Flashback an.
Fast nur körperlich.
Alles fühlt sich undefinierbar merkwürdig an – bis ich dahinter komme, dass es sich anfühlt wie Reizüberflutung, dauert es ein/zwei Stunden.
Alles zu viel. Zu viel zu viel zu viel.
Das Gefühl um sich schlagen zu wollen, gepaart mit stetig wechselnden Stellen, die plötzlich sehr weh tun.

Bis heute morgen zieht es sich. Jemand beginnt im Inneren diese Erinnerungen zu teilen. Es drängt sich auf. Eine Geschichte. Es ist nur eine Geschichte, die sich mein Kopf ausdenkt, denke ich. Wie ein Autor.
Aber kann die Schmerzen nicht ignorieren.
Muskelkrämpfe und Schmerzen die ganze Nacht.
Manchmal kurz einschlafen und vom Wimmern wieder aufwachen. Kurz mal einschlafen und und alles im „Traum“ wieder erleben.

Und nach und nach, scheint mir, tragen weitere Innies ihren Teil dazu bei, zu dieser „Geschichte“. Denn nach und nach fügt sich Detail an Detail, Wahrnehmung an Wahrnehmung.

Das ist das erste Mal, dass das so passiert. Es muss eine enge Gruppe sein, ich kann sie als Personen nicht wirklich wahrnehmen. Weiß nicht, wer sie sind. Aber ihre Geschichte, die kommt hier.
Sie wollen sie genau hier.

Ich frage mich zwar, wo man hier die Grenze ziehen müsste.
Die Grenze weil Anleitung und weil manche darin ihren eigenen Porno sehen könnten.
Aber es gibt keinen Mittelweg zwischen „wir wollen darüber schreiben“, nicht mehr schweigen und dann doch Schweigen weil….
Ich jedenfalls beherrsche diese Kunstform nicht.

Jetzt gehts los.

Achtet ganz besonders gut auf euch.
Explizite Inhalte.

Inhalte Überschriften zum drauf einstellen: Deprivation, Reizüberflutung, körperliche und S*Gewalt jeder Form, Hilflosigkeit….

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Mein Freund, der Täter/Verräter?

Ich will hier jetzt, aus gegebenen Anlass, einen Beitrag schreiben.

Ja, es ist so, dass Täter überall sind. Sein können!
Ja, es können welche lauern und warten. Platziert an strategisch wichtigen Stellen, an denen Opfer versuchen sich Hilfe zu holen.
Ich will keine besonderen benennen – aber ja, auch wir haben schon Täter wieder getroffen, an wichtigen Orten, wo man sich Unterstützung erhofft.
Was wäre auch leichter, als dort welche zu positionieren, als dort, wo vermutlich die Opfer organisierter Gewalt, eines Tages auflaufen werden?
Nichts ist leichter als das, dort ehrenamtliche Helfer einzuschleusen.

Ja, vermutlich werden auch einzelne Innies in Systemen dazu gebracht, andere auszuhorchen und zurück zu triggern.

Ich kann und will und werde das nicht beschönigen.
Das kann immer mal wieder so sein.

Aber
Aber

Aber aber

aber+ 1000 mal aber:

Lasst euch nicht ins Bockshorn jagen!
Sie können nicht überall sein.

Das ist die Kehrseite der Vorsicht! Die Kehrseite der Angst, hinter jedem Kontakt, hinter jedem Helfer und jeder Unterstützung einen Täter zu vermuten:
Vor lauter Angst haben wir es doch ohnehin schon ultraschwer zu vertrauen und mit dem Gedanken, wir es fast unmöglich.
Und was spielt den Tätern besser in die Hände, als Angst?
Richtig, fast nichts.
Wenn wir uns nicht trauen, jemandem auch nur ansatzweise zu vertrauen, bleiben wir allein und die Vorhersage erfüllt sich: Wir werden niemals Hilfe finden!
Niemals Menschen, die uns unterstützen. Niemals Menschen, auf denen wir unsere Heilung auch nur im Ansatz aufbauen könnten.
Was könnte (den Tätern) besseres passieren, als das?
Alleine können wir das nicht schaffen!!! Und das wissen die auch.

Vergesst nie! Nicht die ganze Welt kann aus Tätern bestehen!
Es muss sie geben, die guten Menschen. Und wenn sie noch so rar gesät sind.
Nicht mal nur aus Tätergründen, sondern auch, weil es einfach so ist, dass sich Menschen eben nicht gern mit schweren Themen umgeben.

Wenn wir niemandem vertrauen, es ja nicht mal versuchen, dann bleiben wir allein. Und was spielt den Tätern besser in die Hände, als unsere Isolation? Unsere Verzweiflung?
Weil die Chance so viel viel größer ist, dass wir bei ihnen bleiben oder zurückkommen.
Weil wir das Vertraute suchen, uns sei das Vertraute die Gewalt, die stattfindet. Wenigstens darauf kann man sich ja verlassen. Weil wir es nie anderes gelernt haben.

Und solche Dinge, diese Ängste vor jedem Freund, vor jedem anderen System, zu schüren, weil man in jedem Menschen und Viele-Menschen mindestens einen Innie vermuten muss, der einen verrät, hilft es nur den Tätern auch genau diese diese Ängste zu schüren. Sie sind Teil eines Plans.
Hat man erstmal einen gefunden, der einen verraten hat (oder hört dieses von einem anderen System), ist die Angst gleich nochmal um ein vielfaches höher. Und die Chance sich Hilfe zu suchen und zu finden um ein vielfaches kleiner.

Ich will das nicht klein reden. Es ist grauenhaft, festzustellen, dass ein Mensch, dem man vertraut und liebgewonnen hat, ein Gegenspieler ist oder war (oder in unserem Fall dahin übergewechselt ist). Ein Verräter, wenn auch nur in Teilen. Es tut fraglos unglaublich weh und zeichnet einen sicher für ewig.
Es ist wichtig darüber Beschied zu wissen und daran zu denken, dass dieses Risiko existiert.

Aber:

Lasst euch nicht mehr Angst machen, als unbedingt nötig.
Alleine sind wir viel viel angereifbarer.

Und noch dazu: Wie oft findet man schon ein System, dass aus dem gleichen Kreis kommt, wie man selbst? Wie wahrscheinlich mag das sein, dass sich die Täter so weit überkreuzen, dass dahin Bericht erstattet werden kann?
Und vor allem wozu, wenn ja doch in so ziemlich jedem System die eigenen Verräter meistens irre lange aktiv (und gut versteckt) sind und sowieso von sich aus Bericht erstatten und einen verraten?
Ich glaube, das größte Sicherheitsrisiko für sich selbst ist man immer noch …. selbst….
Oder wozu sonst die ganze Mühe?
Wir müssten – so denke ich – von niemandem verraten werden, da unsere Berichterstatter noch super funktionieren. Zumindest müssen wir genau davon ausgehen.
Und bis man so weit ist, dass diese Funktionsweise unterbrochen werden können, so denke ich wieder, dass man auch sehr wohl in der Lage ist, Freund von Feind zu unterscheiden.

Ein vages Gefühl von Angst halte ich für trügerisch. Hier haben viele Angst. Vor allem und jedem.
Vor frischer Luft, vor dem Essen, vor Helligkeit, vor Dunkelheit, vor jedem Menschen, jedem Geräusch. Das ist kein sicherer Indikator.
Aber auf sein Bauchgefühl darf man sehr wohl hören. Wer tut einem gut und wer nicht?
Und ich wage es die Behauptung in den Raum zu stellen, dass wir das sehr wohl wissen, auch wenn man uns noch so sehr die Wahrnehmung verdreht hat.

Ich denke da an ein System, das trotz dem sich „Verstanden-Fühlens“ die Therapie abbrechen will.
Weil: Hier Täterideologie einfügen.
Das Verstanden-Fühlen wird überschrieben. Dabei ist es DA!

Ich denke an Sätze, die sagen „Ich muss den Kontakt abbrechen, ich muss meine Freundin/Partner (whatever) vor mir beschützen, ich bin zu viel“
Auch falscher Schutz aus Angst, dass das Gegenüber einen alleine lassen könnte weil….
Ist auch eine Täterideologie. Das hat man uns immer eingeredet, dass wir andere vor uns schlechten Menschen beschützen müssen. Wir sind toxisch, wir bringen Unglück, wir machen Menschen krank = Täterideologie.
Und das Gefühl ist so so so so schwer zu bekämpfen. Ich weiß. 😢

Was bedenkt man dabei nicht?
Wenn man jemanden beschützen will, liegt dieser Mensch einem am Herzen!!!

Und wer will so etwas nicht? Richtig, Täter.

Wenn man es schafft, hinter diese Verdrehung zu schauen, wird vieles klarer.
Zweifel sogar an deinen Zweifeln.

Und man muss aufpassen, dass man nicht vor lauert Angst, die die Täter bei uns schüren, sich nicht einigelt, einmauert und niemandem vertraut.
Denn eigentlich ist nichts schlimmer – als das!



Verhalten optimistisch

Mit dieser Einstellung komme ich gerade nach Hause von einem Erstgespräch mit einer Therapeutin.
Jetzt braucht sie ein Pseudonym. Hmmmm
Ich glaube wir nennen sie mal „Glinda“, wie die gute Hexe aus der Zauberer von Oz.
Upss schon wieder eine Hexenassoziation. Ist das ein gutes Zeichen? Aber die Assoziationskette dahin ist. Also, Frau Glinda.

Frau Glinda kommt gerade aus dem Mutterschutz zurück in ihre Praxis.
Sie beschäftigt sich mit DIS und bildet sich fort in dem Bereich und steht auf der degpt-Liste und hat mit Trauma Erfahrung.

Da der Kontakt über ihre Vertretung hergestellt wurde, wusste sie eigentlich gar nichts von uns und hatte nicht mal unsere übliche Mail gelesen.
Wir sollten erzählen und wir sind dann mit der Schwierigkeit eingestiegen, die es uns bereitet, eine Therapeutin zu finden und unsere letzten unguten Erfahrungen.
Sie bekam die Kinnlade nicht mehr hoch, als sie härte, dass welche erwarten konstant mit der „verantwortlichen Erwachsenen zu sprechen“ (das geht doch gar nicht bei DIS, sagte sie) und noch weniger Verständnis hatte sie für die „Traumatherapeuten“ die uns wegschickten, weil wir zu viel Trauma mitbringen.
Sehr sympathisch.

Sie verstand unseren Humor, konnte mit lachen. Wer bei Galgenhumor mitlachen kann, hat echt einen Gummipunkt mehr.

Sie hat mega viel gefragt und hier und ganz offensichtlich die Brisanz wahrgenommen, mit der wir bei ihr auflaufen.
Denn am Ende schlug sie vor, dass wir bis Ende des Jahres mit Sprechstundenterminen und dieser „einmal im Monat“ Abrechnungsgeschichte überbrücken, uns besser kennenlernen.
Ende des Jahres hat sie einen besseren Überblick über ihre Termine und die ganzen laufenden Therapien und kann mir dann eine bessere Zukunftsperspektive zum Therapiestart benennen, wenn wir dann möchten – dann würde sie uns (und jetzt kommen mir die Tränen!) den NÄCHSTEN freien Platz anbieten.
Und das obwohl ihre Warteliste locker ein Jahr beträgt. Sie zieht uns dann vor. Sie will uns nicht warten lassen.

Sie hatte sofort Verständnis für den Wunsch nach dem „Du“, hat sofort damit angefangen, uns zu duzen. Mails schreiben kein Problem, manchmal antworten auch kein Problem. Sie nickte sehr verständnisvoll, als wir den Wunsch danach benannten, zumindest ab und zu ein/zwei Sätze zurückzubekommen.

Klar, ihr fehlt noch die große Erfahrung mit DIS und mit unserem Hintergrund eh. Aber sie lässt sich offensichtlich darauf ein. Und das ist das Wichtigste.

In 14 Tagen ist unser nächster Termin.

Es wäre zu schön, um wahr zu sein.
Aber versuch mal, dir keine Hoffnungen zu machen….

Ich hoffe, dass sie nicht auch eine von denen ist, die es sich dann schnell noch mal anders überlegt und sagt „das geht glaube ich doch über das, was ich aushalten kann“.

Ich hab echt Angst zu hoffen. Ich hab ansgt, sie zu mögen weil sie wie alle andere auch weg geht. vielleicht will sie ja auch bald noch ein Baby und dann geht sie auch wieder weg. ich hab ansgt



DIS-Likes: Was sind das für Menschen?

Gleichzeitig hasse ich mich für diese Frage.
Was sind das nur für Menschen. Rhetorische Frage. Weil ich es eigentlich ja weiß. Und weil ich eigentlich dieser Art von Mensch nicht die Genugtuung geben will, dass ich überhaupt auch nur einen Gedanken, auch nur eine Gefühlsregung an sie verschwende.

Seit…ja seit eine Gruppe von spezieller Menschen meinen YouTubeKanal gefunden hat, gibt es für jedes Video eine gewissen Anzahl von DIS-Likes Haha so macht der Ausdruck wenigstens Spaß.

Ich bin mir absolut im Klaren darüber was für eine Sorte Mensch das ist – ob die das nun sind oder andere, die das tun.
Und uns sollte das absolut nullkommanull auch nur am kleinsten Pickel an unserem Hinterteil kratzen.
Aber leider tut es das doch. Irgendwie.
Natürlich wird uns das nicht davon abhalten auch weiter zu machen. Ha! So erstrecht nicht! Da kommt mittlerweile der Trotz eines vierjährigen Kindes am Süßigkeitenregal eines Supermarktes zum Vorschein. Hahaaaa neee dann erstrecht! So groß ist unser Trotzanfall. ;-)
Da ärgern sich welche so schön darüber, dass wir den Mund aufmachen. Dann macht es doch gleich doppelt Spaß.
Muahahahahahaha

Und trotzdem stellt sich hier drin jemand die Frage „Was sind das nur für Menschen?“, die so mit dem Leid von anderen Menschen umgehen?
Und ich versuche zu antworten: Es sind widerwärtige Menschen.

Man sollte meinen, dass man sich Dinge, die man nicht mag, gar nicht erst anschaut. Ich mein, ich gucke auch nicht….sagen wir „Heino“ auf YouTube an, und klicke dann den Daumen runter, nur weil es so geil ist, jemanden nieder zu machen.
Ich kaufe auch nicht die Kastelruterspatzenfanbox (ich liebe dieses Wort 😂), um eine negative Rezension schreiben zu können. Dazu wäre mir meine Zeit viel zu schade.
Und mein Mittagessen auch, dass ich dann erbrechen müsste. (Ein Sorry an alle Fans – über Geschmack wollen wir nicht streiten).

Aber ich könnte mir natürlich Zeit sparen, und ich denke, das tun diese Menschen auch – es gar nicht erst ansehen, sondern direkt auf den 👎🏻 zu klicken.
Einfach nur, weil ich es kann. Einfach nur aus Prinzip und schon gar nichts, weil ich mich vielleicht überraschen lassen könnte und meine Meinung ändern könnte. Keks bewahre 😱
Ach, es gibt so viele Menschen, die Fakten mit Meinungen verwechseln. Es ist echt tragisch.

Es muss also so sein, dass gewissen Menschen ein gewisses Ziel verfolgen, indem/ weil sie so etwas tun.
Sei es, um ihren Hass loszuwerden auf sich und die Welt im Allgemeinen, oder weil ihre Würstchen im Vergleich dann gleich viel größer aussehen.
Wir hattens davon.
Oder weil sie es nicht ertragen können oder dürfen, dass Menschen wie wir die Wahrheit aussprechen.
Das Ziel: Diese unglaubwürdig zu machen und mundtot durch „hate“.
Ich bin ja nicht blöd. Ich durchschaue das.

Ich sage es gerne noch einmal: Mit uns nicht mehr!
Ich werfe mich dann gerne umso mehr auf den Boden des Supermarktes und schreie den ganzen Laden zusammen. Nur aus Trotz. Jetzt erst recht! WEIL es die ärgert.

Und weil DIS-Likes in dieser Assoziation auch Likes sind, nehme ich die Dankend an.
😂






Video 003 ist online

Und dreht sich im Grunde um unsere verzweifelte Suche nach Therapeuten und um die strukturelle Helfergewalt, die einem unterwegs so „passiert“.

Wie eben auch hier bereits beschrieben.
Einige Details waren während des Videodrehs nicht abrufbar.
Aber sie sind ja hier im Blog nachlesbar.

Vorstellung

Hallo.
Ich stelle mich jetzt offiziell vor. Die Entscheidung ist gefallen.
Es gibt eine Freundin von den Anderen, die dabei geholfen hat, die Zweifel, die ich hatte auszuräumen.
Ich wusste nicht, ob das peinlich ist. Oder arrogant. Ohne genau zu wissen, was das Wort eigentlich bedeutet.
Aber mein Ankerpunkt ist das Lied.
Der Moment, wo ich mir meines eigenen Daseins bewusst wurde.
Und weil das so ist, fühle ich mich mit diesem Typen sehr verbunden. Und dazu kommt, dass ich den Namen wirklich mag. Es gab eine Alternative aber ich spreche den Namen laut aus und der passt nicht so gut.
Deswegen stelle ich mich hier vor:
Hallo von dem jungen Mann ohne Namen: Ich bin Torben.

Ich gehöre jetzt dann wohl dazu.

Komisch in eine Gruppe zu gehören und deren Gedanken/ Gespräche zu hören. Und die Fragen.
Ist Mann da je ein „Ich“? Wenn man ein WIR ist? Ein Teil von einem WIR? Wenn irgendwo immer jemand eine Meinung hat zu dem, wer man ist und was man denkt? Ist das normal, dass es zu jedem Gedanken eine Diskussion gibt?
Kann man hier ein „ich“ sein? Bin ich eigentlich JEMAND oder ein „Wir“?
Wie trennt man das, was man hört, von sich selbst?
Es ist verwirrend hier zu sein.
Es ist alles fremd.
Ich glaube, ich muss mich erst noch selbst finden.

Torben.

Ist der Neu?

Nein, mit Perwoll gewaschen :-)



Gestern wurden wir gefragt, woher wir eigentlich wissen (können), dass derjenige, der da nun aufgetaucht ist, neu ist und nicht einfach schon lange da war und nun aufgetaucht ist.
Und die Frage ist berechtigt. Das ist tatsächlich manchmal schwer zu entscheiden.

Dieser Fall ist allerdings relativ einfach. Wobei auch wir, wie ihr lesen könnt, erstmal ins Grübeln kamen.
Erstmal war es nur „Huch, wer ist das denn?“

Für mich ist es klar geworden, als er sich für uns eingesetzt hat, wie L. das getan hätte, hätten die Täter ihn nicht beinahe zerstört. L. war in unserem Team. Ist es noch. Aber er ist nicht mehr draußen, ist von seinem Erlebnis und der darauf folgenden Zeit von über zwei Jahren Blackout sehr gezeichnet. Damit war unser Team enorm geschrumpft.

Unsere Helfer, diejenigen, die sich für uns und unseren Schutz einsetzen, kann man an einer Hand abzählen. So jemanden hätte ich gekannt, hätte er zuvor existiert.
Frage ich ihn selbst – hat er keine Verbindung zu unserer Vergangenheit – wohl aber das Wissen, das L. hat und offenbar strömt gerade sehr vieles auf ihn ein.
Er sagt, es sei, als lese er ein Buch und erfahre von Minute zu Minute mehr.

Auch L. ist damals in einer Klinik zu unserem Schutz „geboren“ worden. Wie auch zwei weitere. Weil wir die Anforderung damals nicht erfüllen konnten.
Traurig und wahr. Hat uns am Ende aber auch weiter gebracht. Dadurch war die Namensänderung sehr schnell möglich geworden, da diese keinen Bezug zum Alten hatten und auch kein schlechtes Gewissen, diesen „wegzuwerfen“.
Und das war immer noch die beste Idee ever – den alten Namen loszuwerden.

Ich bin jetzt unentschieden, ob ich nun traurig sein soll, dass das passiert ist oder ob ich froh sein soll, dass wir offenbar nun im Security Team einen Helfer mehr haben.
Denn der „neue Herr“, der sich nun seinen Namen ausgesucht hat, hat Security-Team-Wissen und wir hören einander sehr gut.
Aber ich will ihm die Gelegenheit geben, sich selbst mit seinem Namen vorzustellen – deswegen verrate ich ihn an dieser Stelle nicht.

Wenn Innenpersonen auftauchen, die lange nicht da waren, ist das schon irgendwie anders. Sie tauchen oft mitten im Trauma auf. Oder in der Überzeugung, dass es so ist, wie damals. Oder reagieren so, wie Täter es gerne hätten. Mit Schweigen, mit Unterwürfigkeit. Und mit einer eigenen Geschichte.

Diese „eigene Geschichte“ fehlt hier vollkommen.

So war es damals auch als J. zu uns kam. Sie war plötzlich da und es war eine völlig andere Situation, weil sie die bis dato „Frontfraufassade“ ersetzten musste.
Und sie war so vollkommen anders, als diejenige vorher. Eckte überall an. Bekam immer zu hören „so kenne ich dich gar nicht“
Ihr war alles fremd, alle Menschen, jede Beziehung zu ihnen.
Es war eine schwere Zeit und es dauerte lange, bis uns allen klar wurde, dass sie auch wirklich nicht diejenige ist, die sie sein sollte.

Also was will ich sagen? Wir merken das irgendwie. Aber es ist total schwer in Worte zu fassen, was ein Gefühl ist, etwas, das man ganz subtil zwischen den Fingern zerreiben und spüren kann wie ein Sandkorn.

Ich bin jedenfalls froh, dass eine Spaltung passiert ist, die nicht in direkter Linie davon abgeht, was tätergewünscht ist, sondern offenbar von einer Kämpferlinie aus, die im Laufe der Zeit so immer wieder mal passiert ist.
Es ist nicht so, dass er nichts weiß und sofort eigentlich im Sinne des Security-Teams geschützt hat. Abblocken, sich nichts davon annehmen. Ich bin da, aber ihr könnt mir nichts. Unterwirft sich nicht und ist nicht, (wie ich) eher freundlich, argumentativ zurückweisend sondern strikt, klar und indiskutabel.
Ich feiere seine Art, wie er den Pfleger zurechtgewiesen hat, der alles und wirklich alles weitergetratscht hat.
Und fand es sehr lustig zu sehen, wie konsterniert der Pfleger war, ob dieses Auftretens.
So komplett anders, als er mit uns die Nacht durchgesabbelt hat. – Offenbar.

Und ich bin froh, in großen Teilen cobewusst bei unserem Neuen zu sein. Zumindest wie im Kino -filmesehend aus der Distanz – emotional aber nicht an ihm dran. Oder er nicht an mir?
Denn mich belastet das Ganze doch offenbar stärker.
Ich konnte sehen, wie „cool“ er da saß in der einen Gruppe, an der wir teilnehmen sollten. Eine Mischung aus angespannt und gelassen. Eine lmaa Haltung.

Ich bin froh, dass diese Spaltung offenbar mit mir und dem Security-Team eng verknüpft wurde. Er hört mich. Das ist gut.

Das ist das Beste, das ich im Moment sagen kann.

Ich hoffe, liebe perlentaucher, dass ich eure Frage gut genug beantwortet habe.
<3


Wahrnehmung von Gewalt

Helfergewalt ist als Stichwort gefallen.

Wenn es doch wenigstens Gewalt gewesen wäre. Denkt der Kopf.
Gewalt, welche als solche wahrnehmbar gewesen wäre.

„Are you alive? Where is your limit?“ singt es zeitgleich und passend auf meinem Kopfhörer.

Wo ist das Limit? Wo beginnt Gewalt und wo hört sie auf? Ich habe nur eine vage Ahnung davon, dass ich Texte in diesem Kontext schon geschrieben habe und weiß absolut nicht mehr was.
Und um das hier nicht zu verfälschen, schaue ich nicht nach.

Mir scheint, meine Wahrnehmung ist wandelbar. Ich erinnere nicht geschriebenes, was ich mit dem Kopf, mit dem Verstand weiß und dem, was ich nun akut auf uns anwenden soll.

„Helfergewalt“ klingt es nach. Ich will zurückweisen. Etwas, jemand will zurückweisen.
Hätten sie uns fixiert, hätten sie uns weh getan, hätten sie uns ausgelacht mit einer Stimme.
Hätten sie ….
dann wäre es wahrnehmbarer. Denke ich. Dann könnte ich es erfassen, für-wahr-nehmen.

Und ich muss für diesen Moment, erneut meine Gedanken ordnen. Ich muss erneut die Wahrnehmung präzisieren. Etwas, das ich bei anderen vielleicht benennen könnte – aber hier, jetzt, in diesem Kontext nicht auf uns anwenden kann.
Gewalt ist klein! Gewalt ist manchmal etwas, das man nicht wirklich sieht, etwas, das körperlich nicht schmerzt. Gewalt ist ….
Was ist Gewalt?
Ich kann es nicht umsetzten. Ich bringe es nicht übers Herz, zu sagen, man hat uns dort Gewalt angetan. Weil alles. Alles alles in mir schreit: „Das stimmt nicht, du tust ihnen unrecht. Böses Mädchen. Sie haben dir nichts getan. Nichts. Absolut nichts.“

Ich raffe meine Gedanken zusammen.
Sie haben nichts getan.
Sie haben einfach und wahrhaftig nichts getan.
Außer: Das Gute zu sehen.
Außer: Ihr eigenes Konzept zu verfolgen.
Außer: Menschen, die nicht in das Raster fallen, durch Raster fallen zu lassen.

Menschen, die proklamieren, sie hätten Ahnung von der Materie und dennoch nicht so handeln.
Denen, wie üblich ihr eigenes EGO, ihr Konzept wichtiger ist, als individuell auf jemanden einzugehen.

Aber ist das Gewalt?
Ist das nicht nur Gewalt, weil wir zu schwach sind?
Wir haben den Fehler gemacht, mal wieder, etwas zu erhoffen. Etwas von Menschen zu erwarten, wohlwissend, dass man von Menschen nichts erwarten und nichts erhoffen sollte.
Wir haben uns freiwillig und sehenden Auges in diesen Kontext begeben. Niemand hat uns gezwungen. Niemand hat uns auch nur eine Minute länger dort gelassen, als wir wir wollten. Wir hatten permanent die freie Wahl.

Wir soll man so etwas „Gewalt“ nennen?
Wie eine Spaltung rechtfertigen, die vermutlich nur unserer Fantasie entspringt?
(Wie alle anderen auch)

Ich weiß nicht, vom wo oder wem ich beeinflusst bin.
Aber vermutlich bin ich das.



Hang(wo)man

Wir funktionieren. Wir packen unsere Koffer aus, all den Kleinkram, den man so zusammenstoppelt, sortieren wir wieder ein.
Es zieht Ordnung ein. Langsam. Sehr langsam. Wir versuchen uns zu schonen. Der Körper ist schlapp. Ab und zu ist es wie mit einem Schlag wahrnehmbar, wie geschwächt wir sind.
Dabei sind die Zahlen schon jene, die uns zeigen, wie viel Stress das gewesen ist.
3 Kilo abgenommen in weniger als 14 Tagen. Trotz relativ viel Essen.
Der Zyklus war 16 Tage lang. Schon wieder Mens. Unter Stress neigen wir zu extrem frühen Einsprüngen. Entsprechend kurz ist der Zyklus.
Kopfschmerzen, lichtempfindlich.

Ich bin noch nicht bereit, mich mit den Emotionen dazu zu befassen. Mit der Trauer, der Enttäuschung. Wieder eine Hoffnung weniger.

Ab und zu zieht ein Erschrecken durch mich hindurch.
Unter diesen Bedingungen haben wir offenbar wirklich erneut gespalten. Vermutlich spielt aber die ganze letzte Zeit mit hinein. Die Überlastung der Security, die Hoffnungslosigkeit bei der Therapiesuche. Rückschläge, immer wieder Rückschläge.
Nun haben wir, wie es aussieht einen neuen Mitspieler im Security Team. Er weiß um unsere Themen. Das ist….ein bisschen gruselig. Aber Unterstützer haben wir auch nötig.

Aber gleich so?

Ich bin … ist das Wort entsetzt angemessen?…
Fassungslos. Ungläubig.
Denn uns hat niemand ein Leid zugefügt. Wir haben schon Schlimmeres erlebt. Auch in Kliniken.
Man hat uns nichts getan. Im wahrsten Sinne. Man hat nichts getan. Absolut nichts.
Außer, uns zur Abreise einen Vorwurf gemacht, warum wir uns nicht ans Team wenden würden, wenn es uns schlecht ginge. Innerlich kugelt sich Somalia lachend am Boden – zynisch. Sehr sehr zynisch. Sehr sehr dreckig lachend.

Die Frau Bezugstherapeutin kam auf die Station, kurz bevor wir weg waren.
Sie warf einen Blick auf die Koffer, einen Blick auf uns – und ging geradewegs an uns vorbei ohne einen weiteren Blick, ohne ein Wort. Es war ihr völlig egal. So, wie wir dort völlig egal waren. Eiskalt.

Ich frage mich, ob ich die Dramatik nicht empfinden, nicht wahrnehmen kann.
Es war nicht toll, nein. Aber ich würde es weder traumatisch nennen, noch wirklich schlimm. Und dennoch – ist es unleugbar – haben wir eine neue Person.
Und mein Intellekt sagt mir „Das kommt ja nicht von Nichts“.
Und mein Gefühl sagt mir: „War halt nicht gut. Mehr aber auch nicht, mach kein Drama“
You`ve done nothing
You`ve done nothing
You`ve done nothing….
(wrong)

Ich nehme wahr, dass unser neuer Herr, sich genau damit identifiziert.
Der Song. Eine Verbindung. Das gab es schon mal. So etwas wie „Geburtslieder“. Die erste Verknüpfung an die Welt, an Musik, ein Moment der Selbst-Bewusstwerdung und der Identifikation mit etwas.
Während ich in einigen Momenten wegen der Mimik in den Videos noch an D. denke, wenn ich den Sänger sehe (auch wenn D. definitiv um einiges jünger ist), fragt sich unser neuer Herr, ob es arrogant und falsch ist, den Namen (des Sängers) für sich zu übernehmen, der gut klingt.
Ich sage „Hey, viele Menschen heißen so. Wenn du dich damit wohl fühlst?!“ Dann mach das.

Es ist merkwürdig und ich kann das alles nicht in Worte fassen, wie es sich anfühlt. Was ich denken und empfinden sollte.
Als die „therapieverantwortliche Erwachsene“ (und schon wieder lache ich mich tot)

Humor ist, wenn man am Galgen hängt – und trotzdem lacht…..

Mokey