Pragmatische Lösungssuche

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Hallo.
Also also die Pragmatische hier, habe ich jetzt überlegt und gegoogelt.
Es kann so nicht angehen. Wir stehen mit dem Rücken zur Wand, was nie ein gutes Zeichen ist und vor uns der Abgrund.
Es fühlt sich so an, als wären nur noch Millimeter an Boden da, bevor auch der wegbröselt und wir sehr sehr tief fallen.

Mir ist klar, wir brauchen eine Jetzt-Lösung.
Eine, die uns eine Alternative offen hält. Unabhängig davon, ob wir eine neue Thera finden können oder gar wollen. Oder nicht.
Denn das Wollen scheint wohl auch so ein Problem zu sein.
Wir halten gerne an guten Dingen (und Menschen) fest. Ist das verkehrt?

Also war mein erster Gedanke ja, dass wir dann die weiter, weite Strecke fahren.
MM sagt „nope ich lass euch nicht alleine“
Ich raff das zwar nicht wirklich, was der Aufriss soll aber ich habe das Gefühl, ich sollte das ernst nehmen. Also gut, augenverdrehen und weitersuchen.

Also brauchen wir eine Begleitung. Eine die nicht permanent die Nerven und Zeit von MM oder Koda strapaziert. Denn das wäre eine Tagesreise. Und das meine ich wörtlich.
Das wären mit der besten Verbindung allein 14 Stunden im Zug. Plus Anfahrt zum Bahnhof, plus Therapiezeit…. das wären locker 18 Stunden schätze ich. Ich weiß noch nicht ob das funktioniert oder ob man auch noch übernachten müsste.

Ich fing an zu googeln, was wir aufgrund des Gehaltes von MM bei ambulant betreuten Wohnen drauf zahlen müssten und ob wir das irgendwie managen könnten. Und fand dabei aber heraus, dass seit diesem Jahr ein Angehörigenschutz in Kraft getreten ist. Jetzt zählt nur noch das Einkommen der behinderten Person, des Menschen, der die Hilfe eben braucht. Löbliches Gesetz! Ich bin ja mal ganz hingerissen davon, dass sich Gesetze auch wirklich mal zum positiven verändern für uns.

Das bedeutet, wir können wieder ambulant betreutes Wohnen beantragen und wären dann mal wieder flexibler und hätten im Alltag Unterstützung.
Wie klingt das? Na erstmal ganz gut.
Also habe ich eben den Verein, der uns früher schon mal betreut hat, angeschrieben und warte jetzt mal ab.

Ich bin halt nicht für Heulen und Zähnefletschen aber wenn mir etwas einfällt, das man tatsächlich noch TUN kann, dann bin ich dabei.
Und somit bleibt ein Fünkchen Hoffnung übrig, dass wir dann vielleicht mit Begleitung zur Therapie pendeln könnten. Sagen wir alle zwei Wochen für eine Doppelstunde- damit sich der Weg auch lohnt und für dazwischen wenn nötig geht ja immer noch Video (falls wir das in diesem Leben je zum Laufen bekommen äääääätzend sag ich euch. Ich kann den Fehler nicht finden) oder Telefon.

Ich kann verstehen und muss respektieren, dass Video-Traumatherapie mit so einem Abstand echt auch…naja gefährlich sein könnte. Ein Verbindungsabriss und man sitzt in der Tinte ohne Unterstützung und womöglich desorientiert.
Ich verstehe das schon – auch wenn ich sagen würde ach halb so wild, wie oft wird das schon passieren? Das Risiko nehme ich in Kauf. Mirdochegal.
Aber gut.
So ist jetzt eine Zwischenlösung gefunden. Ein Weg, den man versuchen kann.
Ob das so läuft? Wer weiß? Vielleicht ist auch die Strecke für eine Begleitung zu viel. Das ist mehr als ein erlaubter Arbeitstag fürchte ich. Hm naja. Man wird sehen. Ich werde das noch herausfinden.

Tschüß dann. Jo

Die Schlinge um den Hals

Ich danke euch allen, die uns geschrieben haben gestern und heute.
Ich hatte erst kaum den Mut, mir die Kommentaren anzuschauen und ich bin jetzt überwältigt von euren lieben Sachen, die ihr geschrieben habt. Danke euch allen dafür, dass ihr hinter uns steht.
Im Moment kommt das noch nicht wirklich auf der Gefühlsebene an. Ich wünschte, ich könnte euch etwas anderes sagen, um das wenigstens angemessen zu würdigen, aber ich kann euch auch nicht anlügen.
Das tut mir leid.

Das Loch, das depressive, emotionale Loch wird immer größer und tiefer.
Der Videochat hat heute wieder nicht funktioniert, also blieb nur das Telefon. Wir hassen es. Es ist schlimmer als Video.
Zudem hat Frau Hexenhut gesagt, dass sie, jetzt wo sie Erfahrungen sammelt, nicht als echte Alternative zur „face to face“ Therapie sieht. Und damit ist die Chance gestorben, mit ihr nach der Babypause per Video auf die Distanz weiter zu machen.
Die letzte Chance gestorben.
Ich hatte noch überlegt, ob es realistisch wäre, alle zwei Wochen mit Übernachtung dann zu ihr zu reisen aber MM meint, er lässt uns mitnichten alleine durch die Weltgeschichte gondeln. Also ist auch das keine Option.
Es wäre eine Fahrt mit der besten Verbindung von 7 Stunden. Vermutlich geht das ohne Übernachtung gar nicht. Vom Preis mal zu schweigen aber ich würde es machen. Hätte hätte Fahrradkette…..

Es scheint gerade alles so sinnlos. Die Tränen sind nahe. Die Verzweiflung und die innere Kälte und das tot-fühlen noch viel näher.
Es scheint uns einfach im Leben wenig geblieben zu sein.
Man kann nicht mal Katzen halten. Nicht mal ein Haustier haben, nicht mal raus gehen.
Man hat uns fast alles genommen.

Ja, wir haben noch Glück. Wir sollten uns das vor Augen halten. Wir haben Freunde, wir haben euch hier, die wir alle so sehr schätzen, wir haben MM.
Das ist weit mehr, als viele andere haben (können).
Und trotzdem ist das Loch so tief und die Verzweiflung.
Einige reden davon, dass man sich doch am besten umbringt, weil das alles keinen Sinn mehr macht.

Und ohne Therapie wird sich an dem Status ja ohnehin nichts ändern.
Wir hatten jetzt einmal Glück mit einer Thera, die wirklich gut passte.
Das war zu viel des Guten, natürlich konnte uns das nicht erhalten bleiben. Wäre doch zu schön gewesen.
Ich kann kaum von unseren beiden Helfern verlangen, uns irgendwie Stundenlang nach Gottweißwo zu fahren, wo es vielleicht, vielleicht aber auch nicht, noch eine Thera gäbe, die vielleicht oder vielleicht auch nicht helfen kann und wo die Chemie stimmt.
Alleine könnendürfen wir ja nicht.
Man nimmt uns alles weg. Die Schlinge um den Hals wird enger und enger.

Vielleicht sollten wir tatsächlich aufhören damit, unsere Hoffnungen auf Therapie zu legen und endlich zufrieden sein, mit dem was wir haben anstatt immer auf „mehr“ zu hoffen. Ein „mehr“ das es für uns wohl offensichtlich gar nicht geben kann. Nie geben wird. Irgendwann sollte man es sich eingestehen.
Und wer weiß schon, was am Ende der Therapie steht? Wirklich „gut“ wird es ohnehin nie wieder werden. Dazu ist zu viel passiert. Also was macht das schon für einen Unterschied? Wahrscheinlich eh nur einen graduellen.
Also Zähne zusammenbeißen und durch. Dieses Leben einfach hinter sich bringen. Egal wie, egal wie lang es wohl noch dauern mag oder wie lange man das noch aushält.
Es ist eh egal.

Verzeiht mein depressives Geschwurbel.
So sieht es halt gerade in mir aus.
Hopeless

Versagt

Also gut. Dann schreiben wir es:
Sind wir verantwortungslos? Oder haben wir Verantwortung übernommen?
Aber wenn, dann zu spät.
Zu spät.

Wir haben die Kater noch gestern weggebracht.
Die Frau, wo sie herkamen, konnte sie natürlich nicht zurücknehmen. Das wäre toll gewesen, war aber einfach nicht möglich.
So haben wir uns an die Züchterin von Jojo gewandt. Mit der hatten wir schon Kontakt, um ihr zu sagen, wo ihr Kater jetzt lebt.
Wir haben ihr offen und zutiefst ehrlich geschrieben, was gerade bei uns abgeht, ohne das „uns“ zum Thema zu machen.
Sie hatte Verständnis. Eine liebe Frau.
Und trotz eigener Not, durch „gerade erst umgezogen, kleiner Wohnraum, eigene Katzen“, sprang sie ein, nah Jojo und Stitch zu sich und wird den beiden jetzt ein gutes Zuhause vermitteln. Sie hat darin Übung. Sie ist Züchterin und kann die Menschen einschätzen. Vermutlich nimmt eine Freundin von ihr sie. Die hat schon Katzen.
Jojo und Stitch sind dort gut angekommen. Keiner hat sich versteckt, nicht mal Stitch. Der nahm gleich das Sofa in Beschlag. Ich bin unendlich froh.
Ich kann nur von tiefsten Herzen hoffen, dass sie das hin und her Geschubse gut verkraften. Es tut mir Leid. Von Herzen. Das haben sie nicht verdient. Das hatten sie einfach nicht verdient.

Die gesamte Nacht von Samstag auf Sonntag haben wir nachgedacht und intern diskutiert über diese neue Lage, die sich jetzt zeigte.
Es war nicht aushaltbar.
Jemand innen gefangen im Flashback immer und immer wieder kam er beziehungsweise eigentlich zwei.

*Triggerwarnung für den folgenden Absatz: (An MM: den Absatz bitte nicht lesen. Das Ende ist wieder Fettschrift)
*
*
*
Katzen, die mit den Vorderpfoten an eine Leine gebunden sind, sie hängen, sie zappeln, sie schreien, ich höre die Schreie, spüre das Entsetzen, das bodenlose Entsetzen, das das Herz zerreißt.
Jemand schlitzt die Katzen (Kitten) auf, die Därme quellen raus, jeder, der vor einer Katze steht, auch jemand von uns) muss einen Becher darunter halten, Blut auffangen.
Die Schreie der Katzen klingen in den Ohren und werden zu dem Miauen, das die beiden aktuellen Kater von sich geben, wenn sie einfach herumlaufen und alles kommentieren.
Die Angst steigt ins unermessliche.

Der zweite, bisher unbekannte, zeigt eine Katze am Boden liegend, geschunden und gequält. Sie ist am Ende.
Man sieht nur den Ausschnitt, eine Katze auf Boden, irgendwo draußen festgetrampelte Erde, ein wenig vertrocknetes Gras, ein Baum. Einen Stiefel. Einen schweren Männerstiefel, die Worte „Wir wollen das Elend beenden“, so beendet man einleben, wenn es zu schwach ist. Es ist ihre Schuld, dass sie zu schwach ist um mehr auszuhalten. Genauso wie wir Kinder. Der Stiefel, er tritt. Er tritt mit aller Kraft auf die Katze. Die Rippen brechen, es knallt so laut. Die Katze blutet aus dem Maul, röchelt und stirbt. Das Licht erlischt.
In Repeat hören wir noch immer das Brechen der Knochen. Sehen das Blut, es vermischt sich mit dem oberen Flashback, das Schmecken von Blut.

Der Impuls, das Elend zu beenden. Das Zutreten fühlte sich so nah an. Auch wenn ich nicht glaube, dass es je jemand nach Außen wirklich getan hätte.
*
*
*
*
*
Triggerwarnung Ende

Der 1. Flashback war bekannt. Den hatten wir, als wir nach unseren beiden Katzen, die seit der 8. Woche bei uns lebten, die wir liebten (und mit denen wir nur Triggerpotential hatten, als sie kastriert wurden), den Versuch mit den neuen Kitten gemacht haben.

L&L haben uns in der Art nicht getriggert oder wir haben es nie so wahrgenommen.
Erst als sie so krank wurden und eingeschläfert werden mussten, gab es wieder Probleme.
Das war hart. Aber das wäre für jeden hart gewesen!

Also ziemlich schnell danach nahmen wir die drei Kitten einer Freundin auf.
Und drehten durch. So kleine Katzen. Flashbacks. Permanente Angst um die Katzen. Klostalking von unserer Seite, kommt hinten noch was raus? Und wenn ja auch bei allen dreien? Denn sie fraßen Teppichflusen von unserem Langflorteppich. Die Angst war riesig. Schlafen, wenn die Katzen schlafen. Beim ersten Geräusch innerlich Alarm.
Es waren Kitten.
Wir wussten, wir haben mit Kitten ein Problem.
Deswegen haben wir jetzt, vier Jahre später keine Kitten genommen. Im besten Wissen und Gewissen, dass erwachsene Tiere nicht so ein Triggerpotential haben.

Aber leider hatten sie das doch. Das war nicht abzusehen.
Wir hätten des nicht gedacht. Wir fühlten uns schon lange bereit für neue Katzen. Das war keine „husch husch“ Entscheidung. Das war nicht unvorbereitet oder uninformiert.
Das war schlicht und einfach für uns nicht klar, dass das selbe Spiel beginnen würde.
Denn wir hatten schon lange erfolgreich Katzen.

Das wir am liebsten die Katzen in Luftpolsterfolie einpacken würden. Das wir jede Bewegung wahrnehmen müssen, damit ihnen bloooooß nichts passiert.
Denen darf nichts geschehen. Niemals niemals.
Niemals niemals niemals.
Das das so durchschlägt war einfach nicht klar.

Es gab kein herankommen. Die ganze Nacht haben wir versucht zu erklären, das sind erwachsene Tiere, es geht ihnen hier gut. Die sind erwachsen, sie wissen was sie tun. Naja meistens jedenfalls.
Wir haben versucht die Flashbacks zu stoppen.
Und dennoch ging bei jedem Gräusch einer Katze in der Nacht der Puls hoch, das Adrenalin rein. Wie schon die ganze Woche. Puls 120. An Schlaf war nicht zu denken.
Und wir sahen und sehen immer noch die ganze Zeit Katzen sterben. Sterben, sterben sterben.

Mir wurde klar, dass das so schnell nicht aufhört. Ich hatte und habe keine Hoffnung und musste mich fragen, wie lange wir es versuchen. Und zu welchem Preis?
Auch zu dem Preis, dass sich die Kater immer mehr einleben und an uns binden und dann nur umso verstörter sind, wenn sie dann wieder weg müssen.
Also vielleicht auch Traumadenken, dass es besser ist, die Bindung nicht gleich zuzulassen? Oder korrekt?
Ich weiß es nicht.
Aber hier war es für uns drinnen nicht mehr aushaltbar. Keine Stunde mehr lang.
Nicht auszuhalten. Ich kann nicht mehr. Niemand kann mehr.

Und das ausgerechnet F. dieses Mal etwas von den Flashbacks miterlebt hat, sehe ich absolut nicht positiv. Sie ist eine der sehr wenigen wenn nicht die einzige untraumatisierte Kindpersönlichkeit, die Freunde und Spiel und Lachen bringt. Ein normales Kind. Das dort nun auch Trauma ankommt und sie nicht mehr so ist, wie sie war, das ist schlimm.

Okay, wir haben uns die Chance genommen, zu sehen, dass es besser werden kann/ könnte.
Aber die Erinnerung an den Versuch mit den Kitten (die im Übrigen wohlbehalten bei ihrer Familie wieder einziehen konnten und mit Mama, Papa und Tante ein glückliches Freigängerleben führen), war ausschlaggebend, dass damals auch vier Monate keine Verbesserung sondern eher eine Steigerung der Problematik bei uns herbeiführte.

Ja, wir haben Scheiße gebaut.
Ja, wir hätten das vielleicht wissen oder ahnen können.
Aber haben wir nicht. Wir dachten, dass es gut geht mit einer Rasse, die ruhig ist, menschenbezogen, die erwachsene Tiere sind, die gefühlt „nicht so schnell sterben“.
Im Hinblick auf all die Katzen, die wir zuvor hatten und wo es immer toll war.
Einen traumatisierten Tierheimkater, der bei uns lernte, dass Menschen nicht nur böses wollen. Der aber in den fünf Jahren bei uns zunehmend zeigte, dass er „raus“ will. Er brauchte Freigang und zog zu unserem besten Kumpel, der in einer tauglichen Umgebung wohnte. Er kannte Freigang ja. Er hat uns nie Angst gemacht.
Auch L&L, die bei uns 8 Jahre alt wurden. Wir passten auf, kannten die Macke, dass sie gerne Kleinteile fressen und Plastik und räumten alles weg. Kein Problem gehabt.

Jetzt ist das Problem groß und es bedeutet vermutlich, dass wir in diesem Leben keine Katzen mehr haben werden. Es macht traurig. Unendlich traurig.

Wir hätten es wissen MÜSSEN!
Wir haben Lebewesen geschadet. Wir sind schlechte schlechte Menschen tönt es aus allen Ecken.
Niemand kann uns mehr hassen und mehr für diese Aktion verachten, als wir selbst.
Wir haben jetzt das getan, das für uns das Beste war.
Und vielleicht auch für die Kater, die wir doch schon verstört hatten mit Heulattacken und ständigem hinterher gucken.
Sie hätten hier kein freies Katzenleben gehabt. Wären immer beschränkt gewesen durch unsere Ängste.
Aber ich rede mir das auch schön. Sie hätten hier ein gutes Leben gehabt. Wären wir nicht so kaputt und Scheiße.

Und jetzt sitzen wir hier in einer katzenlosen Wohnung, die wieder still ist. Und spüren dem Loch nach, dem Selbsthass, der Verzweiflung und all dem, das noch undefinierbar ist.
Und hoffen, hoffen zutiefst, dass die beiden ein gutes Leben wo anders bekommen und sie das ohne Seelenschaden überstehen.
Das wars, was wir nie wollten. Wir wollten niemanden verletzen. Schon gar nicht diese unschuldigen tollen Kater.
Es tut mir Leid.

So und nun. Bin ich nackt und roh.
Und traurig und alles auf einmal. SO vieles, das jetzt war, so vieles, das hier jetzt auch nicht geschrieben wurde.
So viel Rechtfertigung. So viel Schmerz.

Die Kater sind bereits in ihrem endgültigen Zuhause angekommen. Ich bekomme Fotos und Videos.
Offene Treppen, die mir den Atem stocken lassen. Ich sehe sie da runter segeln. Und ich bemerke, wie krass wir drauf sind, was andere für selbstverständlich halten.
Schönes Haus, liebe Familie, Kinder, Meerschweinchen, Aquarium = Cat TV, gesicherter Garten mit Teich (ich sterbe grade nochmal). Unordentliche Teenagerzimmer mit tausend Dingen zum anknabbern, runterwerfen und Scheiße bauen.
Ich sehe sie sterben. Aber das ist LEBEN.
Sie leben. Und in all unserer Angst hätten wir sie nicht leben lassen können.
Wir sind verkorkst. Kaputt. Und man merkt es erst…wenn es quasi schon zu spät ist.

Tja. Wir haben versagt. Auf ganzer Linie.

Ich trau mich nicht

Ich traue mich nicht zu schreiben. Ich traue mich nicht wieder hierher zu kommen, euch unter die Augen zu treten.
Wir sind sehr sehr schlechte Menschen.
Es bleibt nichts mehr zu sagen, was das Gegenteil behaupten könnte.
Wir hassen uns. Abgrundtief.
Abgrund-tief

Ich verstehe nicht

Was sind das für Sachen in meinem Kopf?

Sind die echt? Das was ich da sehen kann und was ganz schlimm ist und sich schlimm anfühlt? Ich verstehe nicht weil….wer macht denn sowas? Das kann nicht echt sein.

Ich hatte ein schönes Leben. Und eine liebe Mama und einen lieben Papa. Ich weiß von anderen Kindern von uns das der Papa von denen nicht so lieb war. Das soll es ja geben das Eltern nicht nett sind. Aber das hat doch mit mir nichts zu tun.

Wer tut denn Tieren so weh? Und das mit dem Blut ist richtig eklig.

Ich kann das sehen und das ist schlimm. Sowas habe ich vorher nie gesehen. Und jetzt geht es mir nicht so richtig gut.

Aber ich kann das nicht glauben.

Ich liebe Katzen und jetzt geht es mir schlecht. Ich will nur, dass es denen für immer gut geht.

Aber ich verstehe das nicht. Ich bin so durcheinander. Ich habe nur noch Angst ganz dolle und dann muss ich weinen und verstehe nicht warum. Ich kenne das schon das ich Angst habe um Katzen. Deswegen passe ich immer immer immer gut auf und räume gut auf und alles sofort wieder weg was gefährlich ist oder sie nicht fressen sollen.

Ich passe immer auf. Aber so viel Angst hab ich jetzt wie nie. Aber ich verstehe das nicht.

Warum sind diese Sachen in mir drin in meinem Kopf?

F.

Angst/Irre werden

Ich hab gedacht, ich könnte das aber ich kann das nicht. Ich kann das nicht aushalten. Hier sind Blutspuren von Stitch und er hat am Popo was im Fell. Ich kann das nicht ich kann das doch nicht aushalten. Immer ist was. Immer Angst und Sorge und und immer ist was. Ichhalt das nicht aus, nicht in Echt, nicht im Kopf.
Ich kann das nicht. Ich bin Scheiße ich bin so Scheiße.“

Diese WhatsApp ging gestern (an Nini) raus, nachdem genau das passiert ist. Wir fanden einige hellrote Blutspuren auf einem Schrank und vor dem Fenster und sind durchgedreht.
Tausend schlimme Bilder im Kopf. Katzenblut. Volltrigger. Durchdrehen, heulen, Krämpfe in den Muskeln, einfrieren, heulen, durchdrehen.

Wir waren dann noch beim Tierarzt und haben nachschauen lassen. Aber so richtig konnte nichts gefunden werden. Vermutlich ist es eine Blasenentzündung vom Stress aber das Punktieren der Blase wollte sie dann doch erstmal aufschieben. Wir haben ein Schmerzmittel mitbekommen, falls er Auffälligkeiten zeigt. Immerhin ist ja jetzt Wochenende.
Während wir da saßen, im Auto warteten, nicht mehr im Wartezimmer wegen Corona, hatten wir Bilder im Kopf, dass es nicht Stitch war sondern Jojo und wenn wir nach Hause kommen, liegt er tot in einer Blutlache.

Ich kann nicht mehr. Ich bin am Ende meiner Leistungsfähigkeit. Die halten uns fast 24 Std auf Trab irgendwie. Und es wird gefühlt gerade doch genauso schlimm, wir mit dem Kittenversuch vor 4 Jahren. (Der gescheitert ist an unserer Angst und Flashbacks)
Gestern schon hatte ich im Kopf das Gefühl: Jetzt ist es so weit, ich drehe ab. Gleich bin ich ein unkontrolliertes Nervenbündel, verrückt, psychotisch, brabbel nur noch wirres Zeug und schlage um mich.
Ich hatte mich dann auf die Couch gelegt und bin tatsächlich kurz eingeschlafen.
Aber das Gefühl ist jetzt, bin gerade aufgestanden aber seit 5 Uhr wach (das waren 4 Stunden relative Ruhe, wenn man von den Flashbacks absieht, die in der Zeit liefen), noch immer nicht weg. Ich habe ein komisches kribbeliges, wirres Gefühl im Kopf als würde ichgleich durchdrehen. Abdrehen. Nie wieder klar denken können.
Ich weiß nicht, was mit mir passiert. Aber ich habe Angst.

Gerade besteht unser Leben zu annähernd 100% aus Angst.
Draußen Angst, Corona-Angst, Katzen Angst. Sowieso Angst, Körperangst, und so weiter und so fort. Alles ist seltsam alles ist Angst.
MM hatte beim Tierarzt eine Schutzmaske auf und ich nicht. Wir können unter den Dinger nicht gut atmen und das triggert. MM sagt wir müssten das nur üben. Ja neee ist klar. Ich dreh durch! ÜBEN. Was hat der Mann eigentlich je verstanden von uns?
Jedenfalls hält er die Tierärztin für einen Superspreader wegen der vielen Menschenkontakte. Aber immerhin haben wir den Kopf weggedreht, wenn sie uns näher kam, als wir Stitch festhalten sollten.
Und so pflanzt MM noch mehr Corona Angst hier rein, als wir eh schon haben. Es es ging halt nicht anders. Irgendwie nicht. Und trotzdem wünsche ich mir, ich hätte doch eine benutzt. Dann müsste ich weniger Angst haben und MM auch.

Wir haben gedacht, dass es leichter wird, wenn die Katzen keine Kitten sind, die nicht so schnell sterben. An einer gefressenen Teppichfluse (in unserem Kopf) tausend mal am Darmverschluss gestorben. Nicht in Echt aber in uns drin. Klo-Stalking gemacht, vor 4 Jahren, weil könnte ja sein, dass nichts mehr hinten rauskommt. Egal wer. Bei drei Kitten war das der Hammer.

Jetzt stellen unsere beiden auch echt viel Mist an. Die Galerie ist immer noch nicht gesichert, weil wir ja dann zum Tierarzt mussten. Um 5 Uhr will Stitch von der Bettdecke aus schon wieder auf das schmale Geländer springen. Ich: WACH tadaaaa.

Jetzt sind wir noch nicht so lange auf und schon wollte Stitch auf den Fernseher springen und den Monitor vom PC von MM als Absprungsbasis nutzen. Jojo macht derweil den Kanarienvogel im Wassernapf. Planschen und Wasser mit der Pfote raus schaufeln und das Badezimmer unter Wasser setzen.
wtf????
Manchmal wäre ich gerne Besucher in einem Katzenkopf. Was denken die sich bei sowas nur?

Ich glaube ich werde wirklich wahnsinnig. Mein Kopf ist ganz wirr. Alles geht so durcheinander.
Ich bin ein Stück Scheiße! So viel Geld, so viel wollen und dann wieder am Rad drehen. Ich dachte, es wäre besser geworden. Ich dachte, wir könnten das aushalten vielleicht sogar genießen, dass wieder Katzen da sind. Aber die Momente sind im Moment so klein und nichtig bei all der Angst.
So viel Angst angst angst.
Und sich selbst dafür hassen. Für die Angst, für das überhaupt gewollt zu haben.
Dann tauchen noch welche auf mit ein paar netten Gewaltszenarien – im Kopf. Ganz ganz böse und auch böse Sätze.
In der Realität wäre das niemals zu erwarten, dass so etwas je umgesetzt werden würde. Wurde es nie. Nicht in diesem Leben. Ihr wisst, was wir meinen….

Selbsthass und Verurteilung.
Ja schon klar. Ich weiß, dass wir ihnen ein tolles Zuhause bieten. Ich weiß, dass wir gute Katzeneltern sind. Aber was es uns kostet…das steht auf einem anderen Blatt Papier.

So die Katzen schlafen wieder. Geh schlafen, wenn die Katzen schlafen?
Ich habe immer noch das Gefühl, dass mein Kopf durchdreht.
Jede Ansprache, jede Frage alles, was ich denken soll, scheint ein Gedanke zu viel zu sein. Gibt mir nur noch einen Gedanken! Ich bin nur noch einen weiteren Gedanken/Problem davon entfernt verrückt zu werden!
Gaga. Fertig. Am Ende.
Ich weiß nicht mehr weiter.
Ich dachte, ich könnte das. Ich dachte alles würde gut. Ich dachte, das seien ruhige Gesellen. Hahahaha
Weit weit daneben. Das sind Clowns.

Wie machen andere das?
Der Kater knabbert am Reißverschluss des Sofakissens (aus Metall) und zupft und reißt.
Wir sehen da schon, wie er sich nen Zahn zieht.
Haben extra so Plastikhauben gekauft für den offenen Kleiderschrank, den wir haben, weil sie baumelnde Kleidung toll finden und zupfen, jetzt knabbert er die Bezüge an. Plastik. Leicht kaputtbar.
Ich sehe ihn an einem Darmverschluss sterben.
Und so sieht es aus in meinem Hirn. Das ist für uns, für die Kinder glaube ich (obwohl ich gerade ich geschrieben habe, weil es eben auch in meinem Hirn steckt, ich die Bilder auch sehe), nicht nur ein bisschen Quatsch sondern pure Lebensbedrohung.
Meine Güte an jeder Ecke. In jedem Zimmer. Überall.
Wir sind mal wieder nur noch Angst und drinnen weint es.
Es weinte gestern sogar noch draußen. Eigentlich finde ich das sogar gut, wenn so was mal rauskommt. Aber MM meinte zu ihr „komm mal runter“ oder so was in der Art, ich habe vergessen, was er genau gesagt hat.
Und das Kleine drückt das Weinen weg und schwört, sie sei schon wieder brav.

Ich kann nicht mehr.
Wie haben wir es 8 Jahre geschafft mit unseren Lieblingen L&L?
Und davor mit dem schwer traumatisierten Kater?
Wie haben wir das geschafft? Ist das der Preis für mehr Bewusstwerdung?
ich will das nicht.
Da waren wir deutlich entspannter. Zwar auch immer aufgepasst, dass nichts rumliegt, das sie fressen könnten oder Schaden könnte, aber nicht so, wie jetzt….

Nicht so……

Alles ist anders…..

Unsere ganze Tagesroutine ist auf den Kopf gestellt.
Die Katzen fordern (noch?) sehr viel Aufmerksamkeit. Wenn wir aufstehen, mit MM um kurz nach 6 – weil es keine Alternative gibt im Moment – sind die Katzen nicht nur hungrig sondern auch in größter Spiellaune und haben erstmal ihre „tollen 30 Minuten“.
Und weil so viele in uns so viel Angst haben, dass sie etwas lebensgefährliches anstellen, sind wir erstmal hinterher. Es gibt tatsächlich noch Ecken hier und gefährliche Stellen, die wir noch absichern müssen. Wir dachten erstmal nicht, dass die tatsächlich zur Geltung kommen. Aber wenn Stitch sich oben, wo unser Bett steht, über die Glasbrüstung hängt und gerne mal loshopsen würde, dann fällt er 3 Meter in die Tiefe. Das geht nicht!
Wir denken hier gerade darüber nach, wie man die Stelle sichern kann. Zumal sichern in Anwesenheit von Katzen, die alles, was sich bewegt toll und spannend finden. Gnah

Ich bekomme sehr viel mit von der Angst um die Katzen.
Da spielen viele alte Dinge eine Rolle, man hat einfach zu viele Katzen sterben sehen. Grausamst.
Und jetzt verteilt sich das auf den ganzen Tag, Angst Angst Angst aber auch lieb haben.
Die Bilder von früher bleiben aber im Kopf, und verteilen sich in die Träume, in denen unsere ganz realen Katzen einfach tot umfallen.
Schrecklich. Und belastend.
Aber ich denke, das wird besser werden, wenn hier erstmal die wirklich gefährlichen Dinge und Absturzstellen gesichert sind. Vorher haben wir eigentlich kaum eine ruhige Minute.
Ganz reale kleine Auffälligkeiten, wie dass Jojo beim Spielen sehr schnell anfängt zu hecheln. Das könnte ein Hinweis auf eine schlimme Herzerkrankung sein. Habe aber bereits durch die Züchterin herausgefunden, dass die Elterntiere auf die genetische Komponente negativ getestet sind. Das ist gut, das hilft.
Und im Endeffekt hatten sie in ihrem alten Zuhause sehr wenig Ansprache und sicher auch wenig Spiel. Das könnte bedeuten, dass Jojo schlicht keine Kondition hat.
Stitch ist der vorsichtigere und zurückhaltendere und spielt auch von sich aus nicht so wild und lässt Eher Jojo den Vortritt.

Füttern ist noch so ein Thema… Eigentlich fressen sie noch viel zu wenig und am liebsten eigentlich das Trockenfuttern, das wir aber gerne ausschleicht wollen, genauso wie das Schrottfutter mit nur 4% Fleischanteil. Aber Katzen sind nun mal neophob. Das wird alles nur langsam gehen. Während wir versuchen, sie ein bisschen umzustellen, treibt die Kinder hier die Angst um, sie werden verhungern.
Also sind wir wahrlich viel mit Angst im Hintergrund beschäftigt.
Und weniger mit uns. Weswegen die Themen, die sonst noch so rumschwirren, in den Hintergrund treten.
Aber sie sind auch großartige Kuschler und Schnurrer. Das sind dann wieder sehr entspannte Momente.
Vieles ist also gerade neu und anders und wir müssen uns damit noch in eine neue Routine eingewöhnen und einstellen.
Wir sind auch neophob, stelle ich fest.
Fun Fact:
Wir haben ja auch einen wundervollen Naturkratzbaum gekauft. Der schaut wirklich toll aus und ist auch für schwere und große Katzen geeignet, da bricht ja jedes Standardplüschungetüm, das man so kaufen kann, zusammen.
Aber der baum wurde mit dem Katerhintern nicht angeschaut.
Nun…man fing an zu überlegen. Sie liegen eigentlich nie auf etwas kuschligem. Lieber auf glatten Flächen. Es hat sich herausgestellt, dass sie die Plüsch-Fell-bezüge auf den Plattformen eklig finden. Als die runter waren, waren die Beiden sofort auf dem Baum. Merke: Wo die Katze nicht hinsoll: Mach Plüsch drauf *lach
Katzenlogik….. Muss man nichts zu sagen, oder?
So ich bin dann mal Pläne schmieden für die Galerie.
Bis später ihr lieben. Passt alle gut auf euch auf.
Wir lesen euch auch immer, haben aber im Moment wenig Worte….

TRIGGERWARNUNG

 

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Ich bin seine Braut. Er ist 10 Meter groß und hat einen Schwanz mit Stacheln die müsen rein da bei mir. Bluten ist gut dann hat es ihm gefallen. Und es hat ihm gefallen. Ich bin sehe stoltz

Eisbruch

Gestern Nachmittag ist bei Stitch das Eis gebrochen. Wir hatten ihm ja vorgelesen, damit er sich an unsere Stimme gewöhnt.

Während wir einige Stunden später auf dem Sofa saßen und Blogs lasen, kam er ganz wie selbstverständlich hinter dem Sofa hervor, auf das Sofa, schmiss sich an uns, schnurrte, warf sich auf den Rücken und ließ sich genüsslich den Bauch kraulen. Huppala das ging dann fix. Seitdem ist alles gut im Hause Katz.

Damit zeigt sich Stitch in voller Schönheit

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Zwar haben sie noch nicht so recht Appetit, das Futter bleibt stehen, aber Lekkerlis gehen. Also gibt es Katzenkekse. Besser als nix.

Klar, ist alles noch neu und fremd. Aber wir sind schon gut befreundet.

Ansonsten sind wir….komisch drauf. Zerrissen, Thera per Video hat nicht geklappt. Weil sich unser Safari verweigert hat.

Per Telefon war übelster Mist und sowieso vom rumprobieren viel zu kurz. Drehen hier ein bisschen durch. Emotional zerrissen aber ich weiß nicht mal um was es geht.

Und ich weiß auch nicht, was ich tun soll. Mir ist vom Gefühl her nach wirr herumlaufen und aaaaaaah schreien. Ohne Sinn und Verstand.

Und deswegen hör ich auch schon auf mit Schreiben. Ich weiß einfach nicht    ……

Platt

Um halb sieben aufgestanden. Und jetzt wieder im Bett. Wir sind platt. Körperlich schlapp und ausgelaugt. Dagegen sich gleich die Krankheitsängste, zumal auch die morgendliche Temperaturmessung zur Verhütung deutlich erhöht war. Aber nicht im Bereich von Fieber sondern nur im Verhältnis dazu, wo sie jetzt sein müsste im Zyklusstand.

Aber nach der Woche, die hinter uns liegt, und der Aufregung, dürfen wir wohl auch ,,fertig,, sein, schätze ich.

Heute feiern wir eigentlich Geburtstag und Hochzeitstag. Da zelebrieren wir die Müdigkeit. Ist ja auch egal. MM muss arbeiten, raus darf man nicht. Leute treffen auch nicht. Wurscht. Ich bin eh müde.

Keine Verpflichtung.

Unsere Katzengeschenke ;) müssen sich eingewöhnen. Der Appetit ist nicht wirklich vorhanden. Stitch kam gestern Abend kurz aus dem Versteck und hockt nun in einer neuen Ecke. Kein Klobesuch, kein Fressen angerührt. Innenkinder fangen an, sich Sorgen zu machen, ich beschwichtige. Es ist okay. Er hat Angst. Er wird sich gewöhnen, er braucht Zeit.

Wir wissen ja, wie es ist Angst zu haben.

Vielleicht ganz gut, heute nicht so viel Wirbel zu machen. In Ruhe lassen, ankommen lassen.

Ansonsten, glaube ich schleppen wir noch jahreszeitliche Symptome herum. Das vergangene Datum macht Beklemmung und viele Luftnotgefühle.

Würde man nicht noch zusätzlich Coronagedanken haben müssen, wäre es vermutlich leichter zu ertragen.

Ich hau mich jetzt hin. Biss später