Man sieht ja nix

Inspiriert durch verschiedene Blognachbarn:

Themenwurschtelei von “Man sieht ja nicht, man sieht dir ja dein Leid nicht an (…ergo kanns ja so schlimm nicht gewesen sein) und “Wie kannst du es wagen zu lachen und nicht 24/7 zu leiden?”

Man merkt es vielleicht gleich. Mich fressen solche Aussagen total an!

Ich zäume von hinten auf:
Nicht 24/7 zu leiden:
Himmel hilf und wirf (Hirn oder Steine!).

Okay Fakt No1 ist: Dissoziieren hilft!
Aber trotzdem, ohne ohne Disso, wird kaum eines der Opfer von Gewalt jedweder Couleur 24 Stunden am Tag und 7 Tage die Woche nicht anderes tun, als eine leidvolle “Fresse” zu ziehen und ganz offensichtlich zu leiden.
Das klingt jetzt hart. Ist aber, so denke ich, Fakt.
Egal, ob es die Fähigkeit ist (in Teilen der Persönlichkeiten), noch etwas Spaß zu empfinden oder zu generieren, oder eine zumindest angepasste Fassade aufrecht zu erhalten und funktional “nett und freundlich” in die Gegend zu schauen – auch wenn einem dreizehntausend Mal nicht danach ist.

Wir kennen jetzt über die Jahre viele Viele. Früher über unsere Foren, heute über die Blogs.
Und ich habe noch niemanden getroffen, mit dem man keinen Spaß haben konnte!
Manchmal mag der Spaß etwas anders geartet sein, als der, den „Normalos“ so haben. Etwas düsterer, etwas sarkastischer, der hängt etwas mehr am Galgen. Aber Spaß. Und Witz. Ja durchaus.

Okay. Wenn man unseren Blog so liest, bekommt man vielleicht auch den Eindruck uns ginge es 24/7 schlecht, sehr schlecht.
Aber die Wahrheit ist, die meiste Zeit sitzt die Maske ganz gut und wir lächeln freundlich andere Leute an. Oder es sind tatsächlich die dafür zuständigen Leute von uns anwesend, die In Ermangelung von Trauma oder Zugang dazu einfach fröhlich sind, und Witze reißen, Spaß machen oder einfach Galgenhumor anwenden.
Das ist einfach auch nötig. Was hätten wir sonst noch zu Lachen? Es ist überlebenswichtig!

Hier im Blog ist es eher so, dass die Fassade nicht aufrecht erhalten wird. Zumindest die meiste Zeit nicht. Aber ich wage zu behaupten, dass auch hier Witz zum Vorschein kommt.

Auch fällt mir immer wieder auf, da wir ja viel mit dem Rolli unterwegs sind, dass Menschen da draußen toooootal betroffen gucken und mega irritiert sind, wenn wir im Rolli sitzen, lachen, albern sind und Spaß haben. Das fällt besonders bei Konzerten auf, dass die Umstehenden irgendwie irritiert sind und sich vermutlich nicht selten fragen, wie ich in der Situation noch so “drauf sein” kann.
Ab und zu werden wir auf Konzerten angesprochen, wie inspirierend es wäre, dass wir ein Konzert so abfeiern, obwohl wir im Rolli sitzen. Tja ähm Tanzen geht auch im Sitzen.
Vorrangig dann eben mit dem Oberkörper.
Als wäre ein Rollstuhl das Spaß-Todes-Urteil.
Wie kann ich es nur wagen?

*

Jetzt kommen wir zum „Man sieht die ja auch nichts an“.
Komm schon, wir so schlimm nicht gewesen sein….Du kannst ja Lachen, du lachst sogar während du es erzählst. Also wirklich….

Ich erinnere mich an viele Situationen.

Als ich noch arbeiten war, da ging es mir immer schlechter. Ich dekompensierte zunehmend. War nur noch von meinen Ängsten eingenommen und von der dauerhaften Gefahr, Fehler zu machen.
Ich wusste weder ein noch aus.
Irgendwann suchte ich mir einen Hausarzt, fernab von meiner Allgemeinmedizinerin-Chefin. Er war Allgemeinarzt, Heilpraktiker und Heilpraktiker für Psychotherapie.
Ich dachte, der könnte vielleicht verstehen, dass es mir nicht gut geht.
Aber die Fassade. Die Fassade stand mir im Weg.
Ich war wie immer äußerst gepflegt, geschminkt, geduscht und gut angezogen in meinem aktuellen Lieblingsklamotten dort aufgelaufen. Meine derzeitige Lieblingsfarbe war violett.
Der Doc machte sich kaum die Mühe mir zuzuhören und als ich ihn, am Ende meiner Zustandsbeschreibung, nach einer AU fragte, damit ich mich erholen und orientieren kann, sagte er knallhart: Hören sie, Frau Luni. Sie tauchen hier auf, lächeln, sind gepflegt und sehen aus, wie ein lila Bonbon. Ich glaube Ihnen nicht, dass es Ihnen schlecht geht. Sie wollen vermutlich nur Blau.Machen und auf Parties gehen. Nein, ich gebe Ihnen keine AU.

Ich war ziemlich vor den Kopf gestoßen. Aber wie es so ist, man glaubt andere mehr als sich selbst. Ich dachte, okay dann übertreibe ich wohl. Er muss es ja wissen.
Und bin die nächsten 2 Jahre zu keinem anderen Arzt mehr gegangen und habe versucht durchzuhalten und mir einzureden, dass es mir in Wahrheit gut geht.

Als ich dann so weit unten war, dass ich von dem neuen Hausarzt weg direkt in die Tagesklinik eingewiesen wurde Mit den Worten: „Montag stehen Sie da bitte auf der Matte, oder ich weise Sie direkt in die Klappse ein“, sagte meine Chefin nur auf meine Ankündigung: „So jung und schon psychisch krank?“
Soll ich nochmal wiederholen, dass sie Allgemeinärztin war oder ist das redundant?
Für sie gab es nur die Depressionen, die einem im Oma_Alter einholen. Sonst offenbar nichts.

Absolut konträr: Ich kam von der Tagesklinik fast nahtlos in eine offene Station einer Psycho-Klinik.
Wo ich nach dem Wochenende, als ich erfuhr, dass mein Ex-Arsch-Mann fremd gegangen war, nur von der Schwester zu hören bekam, dass man „ja auch mal verzeihen muss“. Vor allem – so jemand wie ich, die mit der Diagnose (damals noch Borderline) ja froh sein muss, wenn es überhaupt jemand mit einem aushält.
Ja, danke.
Auch das habe ich eine Weile geglaubt. Eigentlich habe ich das mein ganzes Leben lang geglaubt und bleib deswegen bei ihm. Ich muss doch dankbar sein. Ich weiß, ich bin „komisch“ ohne näher zu wissen, warum. Da muss ich froh sein, dass mich überhaupt jemand mag. Und dafür muss ich mir auch besondere Mühe geben.

Ich habe es oft erlebt, dass ich nicht ernst genommen wurde mit meinen Problemen.
Ich bin zu freundlich, zu lächelnd, zu gut gepflegt.
Würde ich aufhören mich zu duschen, mir etwas nettes anzuziehen und stattdessen im verfleckten, siffigen und stinkenden Jogginganzug daher kommen, sähe die Sache vermutlich anders aus.
Ich weiß, dass ich nicht so wirke, als wäre auch nur irgendwas. Die meiste Zeit jedenfalls nicht.
Selbst wenn ich eine Woche nicht geschlafen habe, den Fall gab es mal, sagt man mir „Oh du siehst aber gut aus, dir gehts gut, nicht?“
Man sieht es mir einfach nicht an.
Und das ist doch eigentlich zum verrückt werden.

Und das ist traurig.
Und das zeigt eigentlich doch nur, wie oberflächlich unsere Gesellschaft ist und leider auch genau die Leute, die es besser wissen müssten.
Psychologen und Ärzte. Beratungsstellen, Psychiater.
Man muss oft so lange suchen, bis man jemanden in dem Bereich gefunden hat, der entweder keinen eigenen Knall hat oder das der Knall wenigstens zum eigenen passt.
Und noch länger, bis jemand darauf hört, was man sagt. Selbst wenn man in der Lage ist die Schlimmen Dinge mit einem Lächeln zu sagen.

Vielleicht auch: Gerade dann…..

Ch.
Jay
und Moe

 

 

Bitte, Schlag mich

Um es mit den Worten von S. zu sagen
Was zum F* geht denn hier ab?

Das könnte triggern, Leute. Passt bitte auf euch auf.
*
*
*

Ich bekomme es kaum noch wirklich zusammen.
Also versuche ich es mal, Stück für Stück mich wieder anzunähern.

Seit einiger Zeit herrscht hier Druck. Ganz massiver, heftiger Druck von Innen.
Ein “ich muss weg”, ich muss weg, ich muss weg – Druck.

Scheinbar gehört das irgendwie, irgendwo zusammen.

Gestern entlud sich etwas.
Erstmal in Form von Flashback-Bildern. Kurze Bilder nur, von einem nackten Mädchen am Boden, das zusammengeschlagen wird. Geschlagen, getreten, gefesselt.

Immer wieder dieses Kopfkino. Immer wieder, nur kurz.

Und den ganzen Tag so ein armefuchtelndes Gefühl von “Ich halt das nicht aus”, ohne zu wissen, was eigentlich und warum….

Zu spüren war dann irgendwann eine große Welle Verzweiflung.
Ja kein Wunder, denke ich distanziert, bei diesen Bildern….
Das muss ja auch schlimm für sie gewesen sein.

Dann aber weiteten die Bilder sich aus auf eine Art Kopfkino, sich jemandem (jetzt hier und heute, wahllos, zu Füßen zu werfen und unter Tränen darum zu betteln: “Schlag mich, bitte bitte schlag mich!”

Als ich Stunden später eine Kommunikation mit Nini im Whatsapp finde, bin ich dann doch einigermaßen schockiert und erschlagen.
Das habe ich weder mitbekommen noch unterbinden können. Und jemand drinnen sagt mir, genau das hätte ich(?) tun müssen.
Weil jemand, eine von uns, einen Freundschaftsdienst erfragt hat und offenbar darauf hinauswill, dass sie Tipps bekommt (oder ein Alibi?), wie sie die Wohnung ohne dauernde Kontrolle und lästige Fragen von “dem Kerl da” alleine verlassen kann.
Sie schrieb, sie hält es nicht mehr aus. Sie muss dahin. Nur die können ihr geben, was sie will, was sie wirklich braucht. Sie verreckt hier vor Sehnsucht.
Sehnsucht nach den Schmerzen und den Spuren der Gewalt.

Auch war sie verzweifelt wegen noch etwas anderem, das ich hier nicht aufschreiben möchte. (Auf das sich im Grunde auch der Beitrag bezieht, “Was ich nicht wissen dürfte”)
Weil sie wohl befürchtet nun auch noch von “ihren Leuten” im Stich gelassen zu werden und ganz allein zu sein.

Offenbar wird von Täterseite gerade der Leidensdruck durch Ignoranz erhöht.
So bastel ich mir das zumindest zusammen.
Und Schlimme ist, es funktioniert. :-(

Mir und S. wurde spontan sehr sehr übel. Da half auch ein Spaziergang um den Block nicht.
Der Tee, das Hörspiel und das Malbuch später immerhin kurzfristig ein wenig.

Auch heute stehe ich furchtbar unter Druck. Ich weiß nicht “wohin mit mir”.
Es stehen viele Aufgaben an, die zu erledigen sind und schon dabei weiß ich kaum, wo ich anfangen und wo ich aufhören soll. Und komme zusätzlich nicht aus dem Quark und rotiere einfach nur wild und unkontrolliert in der Gegend herum, ohne wirklich etwas in die Hand zu nehmen.
Aber MM hat Urlaub. Heute ist für diese Woche einer der wenigen Tage mit ohne Regen.
Man könnte also auch etwas Schönes unternehmen.
Aber ich weiß gerade nicht, ob ich das aushalten kann. Ich fühle mich so zerrissen. Immer noch so armefuchtelnderweise ich halte das nicht aus. Ich halte das nicht aus.
Was auch immer da in den tieferen Schichten (Systemen) abgeht, kommt hier lediglich als immenser Druck an. Und an der Stelle vereinigt sich vermutlich das Gefühl mit mir “Ich halt das nicht aus”.
Wobei wir vermutlich vollkommen unterschiedliche Dinge meinen.

Okay, die körperliche Sicherheit bringt etwas voran. An Stellen, wo sich vorher nie nie niemals jemand gemeldet hat aus dem Inneren. Diese Leute quasi vollkommen unsichtbar blieben und nun offenbar große Not haben.

Es ist auch schwer auszuhalten, zu realisieren, dass es Innenpersonen gibt, die das, was da passiert, gutheißen. Es ist schwer auszuhalten, sich vorzustellen, dass diese freiwillig hinlaufen um ….

Und es ist wie es ist aber….ja, es ist gut, dass sich etwas bewegt. Aber wir sind Therapielos, Leute.
Verdammte SCHEISSE aber auch!
Verdammte Scheiße 😰

M.

Song des Tages: Child Of Entertainment

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Den Song hören wir schon jetzt die 2. Woche fast in Dauerschleife und wollten den mit euch teilen. Ein sehr gefühlvoller Song in Piano-Version 
Und hier in einer sehr Ja fast intimen Aufnahme. Pur und unverfälscht.
Faszinierend auch, wie sehr das Piano einfach ein Teil seines Selbst ist. Ich würde das auch gerne können….. Es berührt mich…

Übersetzung:

Kind der Unterhaltung

Beeile dich und blase zum Angriff
Der Moment ist gekommen, um die Früchte der Veränderung zu ernten
Um all die guten alten Tage zu vertreiben
Die Varieté-Show, aus der du noch Hoffnung schöpfst

Du wäschst alles weiß in Selbstbeherrschung
Aber deine Augen verraten dich
Wenn das die Frage ist: Vernunft gegen Wein
Wähle ich den Wein
Das traurige Lächeln, das süße Verleugnen
Wenn es ein Trugbild gegen Bedeutungslosigkeit ist
So wie ich denke, dass es ist
Ich werde ein Kind der Unterhaltung sein

Ich bin die ganze Nacht gefahren um bei dir zu sein
Ich frage dich, wie es dir geht
aber du antwortest nicht
Warum bist du so beeinflusst?
Was lässt dich denken, dass du etwas falsches getan hast?

Du wäschst alles weiß in Selbstbeherrschung
Aber deine Augen verraten dich

Ich bin ein wandelnder Toter
Ich bin ein wandelnder Toter
…..
Ich bin ein Kind der Unterhaltung

Child of Entertainment

Hurry up and sound the charge
The moment’s arrived to reap the fruit of change
To drive out all the good old days
The variety show you still draw hope from
You white-wash all in self-control
But your eyes are giving you away
If it’s reason against wine
I’ll choose the wine
The gloomy smile the sweet denial
If it’s mirage against no meaning
Like I think it is
I’ll be a child of entertainment
I drove all night to be with you
I ask how you are, but you don’t answer
Why are you so influenced?
What makes you think that you’ve done something wrong?
You white-wash all in self-control
But your eyes are giving you away
I’ll be a deadman walking
I’ll be a deadman walking
I’ll be a deadman walking
I’ll be a child of entertainmentLyrics: Diorama/Torben Wendt

 

Komischer Tag, gestern

Vom missglückten Shopping, einer Mail an Frau Schnee und Flashbacks.

*

Was war das denn für ein seltsamer Tag gestern?
Eigentlich hatten wir uns gefreut. Auf eine kleine Shoppingtour. Da ein kleiner Geldsegen bei uns eingelaufen ist.
Da sind wir in seniler Bettflucht, die uns zur Zeit häufiger ereilt, um sechs Uhr aufgestanden, waren um zehn schon in der Mall, damit die hübsch leer ist.
Und dann gehen wir in unsere paar Lieblingsläden, in denen man eigentlich immer etwas findet. Und…. Nichts und. Nichts, rein gar nichts gefunden.
Frust machte sich breit. Kannjanichtsein. Ach Mann ey. Komm, MM wir fahren wieder nach Hause!
Am Ende dann zu Hause doch online geshoppt. Aber auch irgendwie genervt und unentschlossen. Ich glaube die Mode macht auch eine Coronapause. Irgendwie ist mal wieder alles das Selbe. Hosen, die aussehen als hätte man Hochwasser zum Beispiel.
Oder ganz in scheint gerade die Farbe zu sein, die auch als Autolackierung seit einiger Zeit “in” ist: Kacke-Metallic.🤣
Nun. Egal. Das ist echt nun mal wirklich jammern auf sehr hohem Niveau.

*

Mitten beim Abendessen-machen war ich plötzlich dem Seelen-Schmerz recht nahe. Und ich versuchte, parallel zum Pfannenwender, ein paar Worte aufs Tablet zu bringen.
Weil eben neben, hinter der ganzen Wut auf Frau Schnee natürlich auch viel Verletztheit liegt und ich dachte, ich könnte die vielleicht auch zeigen, in der letzten Mail an sie, die ich plane. Aber das hielt ungefähr zwei Sätze lang.
Und noch während ich, dann nach dem Essen, versuche der Wut fern zu bleiben und meine Gedanken und Second-Hand Gefühle aufzuschreiben, bemerke ich, wie mir die Kontrolle entgleitet und meine Finger ganz andere Dinge tippen, als die, die ich mir in meinem Kopf zurechtlegte.
Es ist immer wieder mal gruselig das zu bemerken. Eigentlich ziehe ich es vor, dass lieber neben mir geschrieben wird oder ich ganz zurücktreten kann – aber dieses durch mich hindurch ist einfach nur eklig.
Und in dem, was nun wirklich durch die Finger in den Mail-Entwurf geschrieben wurde, ist natürlich voll mit Wut und ja diesmal auch echten Beschuldigungen.
Und ja, es stimmt ja was da steht.
Während der Stunde, die so kolossal schlief lief, habe ich in den Situationen, die da nochmals aufs Brot geschmiert werden, im Co selbst tief und scharf Luft eingesogen und zwar noch nicht genau betiteln können was “das denn jetzt bitte war” aber ich stimme dem Inhalt mal wieder zu.
Im Grunde ist es ja auch so, es ist schon okay, wenn das nochmal raus darf. Und direkt an den Adressaten gerichtet geht, damit wir es nicht die nächsten Jahre mit uns herumtragen, aber es wird halt auch so gar nichts helfen. Und das ärgert mich viel mehr. Weil wir ja ohnehin “so böse” sind, dass all das als ungerechtfertigt an ihr abprallen wird.
Eine Vertrauensbasis ist für uns jedenfalls nicht mehr möglich. Das ist mir vollkommen klar. Selbst wenn wir diesen Konflikt irgendwie hätten lösen können, bin ich mir sicher, sie würde es uns irgendwann erneut aufs Brot schmieren. Und wir ihr ebenfalls.
In dem Mailentwurf steht:
“Als ob wir dir unsere verletzten Anteile einfach so vor die Füße werfen würden. Nein im Leben nicht. Und jetzt schon mal gar nicht mehr. Warum auch? Damit du uns daraus dann neue Vorwürfe machen kannst? Alles was wir sagen kann und wird gegen uns verwendet werden. Und am Ende sind wir dann nicht in der Lage im Co zu bleiben und uns zu Recht zu wehren, weil wir die Sachverhalte nicht kennen und du die dann vielleicht auch inhaltlich so verdrehst, wie du es jetzt getan hast? Nein. Nein danke.“

Und damit hat S. recht. Mit einigen Dingen, die uns Frau Schnee an den Kopf geworfen hat, bzw S. vor den Kopf geworfen hat, wollte sie gezielt zurückverletzen!
Und das waren nicht nur die Worte, die man ja hätte falsch auffassen können, sondern auch so ein hübsches Glitzern dabei in den Augen.
In einer Art und Weise, die mich an Kinder im Sandkasten erinnert. “Der hat aber zuerst mit Sand geschmissen!”
Und das geht einfach gar nicht.

Ich habe das deutliche Gefühl, dass wir bei ihr an einem wunden oder blinden Fleck rühren, der bei ihr selbst unbearbeitet ist. Wo sie alles, was sie gelernt hat, über Bord wirft und auch reflexhaft reagiert.
Nun, ist nicht meine Aufgabe sie zu therapieren und auch nicht unsere Aufgabe, uns bewusst darum herum zu biegen.

Und damit ist es nun so gekommen, wie ich seit Frau Hexenhuts Eröffnung, dass sie schwanger ist, gefürchtet hatte. Wir stehen allein da.

*

Abends dann hatten wir fiese Flashbacks. Körperflashback wie gewürgt zu werden. Nur die Hand um den Hals gespürt, den Daumen genau auf unserer Luftröhre, kurz unter dem Kehlkopf. Keine weiteren Gefühle, keine Bilder, keine gefühlte Luftnot. Nur das und ab und an Panikwellen.
Einfach widerlich. Das hielt so in etwa zwei oder drei Stunden an.

Außerdem war da noch das Gefühl von “Ich muss weg”. Ich muss raus. Ich spiele Bonnie und Clyde. Weg, einfach nur weg weg weg.
Oder hin? Wobei ich ja nie weiß, wohin eigentlich. Keine Vorstellung davon.

Geschlafen haben wir dann doch – ein bisschen, aber mit vielen Albträumen, an die ich mich aber nicht mehr erinnere. Alles was bleibt ist ein mulmiges Gefühl in der Magengegend.

Und nun ist ein neuer Tag.
Mal sehen…

Gefühlt: Danke @ all

Wow.
Ihr wisst alle gar nicht, was uns das bedeutet!
Heute morgen gab es einen Moment, in dem das ganz arg gefühlt werden konnte.

Dankbarkeit und … oh mann ichhabe schon wieder kein Wort mehr dafür.

Ihr seid alle so toll.

Wie ihr kommentiert (oder euch alternativ auf anderen Kanälen meldet), wie ihr zu uns steht und uns den Rücken stärkt.
Es is un-fucking-fassbar toll, dass ihr alle da seid. Und wie ihr es seid. <3

Ihr, die hier so fleißig kommentieren und da seid.
Einfach da seid und uns seht. Wirklich seht!
So viel mehr als jeder Therapeut. Gleichzeitig traurig und wahr.

Ihr seid zusammen genommen und jeder für sich nicht mit Gold aufzuwiegen.
Und ich fühle mich von euch ganz arg aufgefangen und getragen.
Ich glaube daran, dass wir es schaffen können, diese Durststrecke, diese schwierige Zeit jetzt so vollkommen ohne Professionelle Hilfe, überstehen zu können.
WEIL IHR für uns da seid.
Weil ihr so toll seid und überhaupt…!
Danke. Von ganz tiefsten Herzen. DANKE.
Für jeden Einzelnen.
Ich glaube, ich muss euch nicht einzeln auflisten.
Ihr wisst alle, jeder der hier bei uns ist und zu uns steht und uns schreibt, jeder EINZELNE! Ist gemeint und großartig.

Wir haben euch auch lieb!

Und wir stehen genauso an eurer Seite – so gut es eben geht. Und das ist ja bei euch ganz genauso. Wer gerade selbst versinkt….Ist doch klar…..oder?
<3

Mit einem Tränchen im Auge, das Gefühl kam während des Schreibens zurück.

Ihr seid toll, großartig, liebeswert. Jeder von euch!
Ihr seid ganz einfach die Besten!
Weil ihr da seid und euer Meinung schreibt. Und ich soll schreiben “wehe ich erwisch euch, wenn ihr nur das Zeug schreibt, weil ihr denkt, wir wollen das hören”
😂

 

Mal nachfragen

Sacht ma:

Wenn ich zu euch sagen würde „das ist total blöd das zu machen“, würdet ihr euch dann von mir beschimpft fühlen als „du bist blöd, dumm oder sonst was?“

Jetzte bin ich mal gespannt. Seid ruhig ehrlich.

S.

Getan

Ich habe es getan. Ganz “offiziell”, vor Frau Schnee.
Ich habe mich auch in einer Mail absolut und zu 100% zu Somalia bekannt.
Natürlich war ich um einiges diplomatischer – obwohl ich zugeben muss, dass mir das an einigen Stellen sehr schwer gefallen ist.
Auch ich bin nicht begeistert, dass wir nun in einer Schublade gelandet sind, die von uns verlangt jedes, und zwar wirklich jedes Wort auf die Goldwaage zu legen.
Und da wir, ohnehin nicht gerade selten damit überfordert sind überhaupt Worte für uns und was abgeht, zu finden, bin ich nicht damit zufrieden, dass wir also in der Verantwortung gelandet sind, jedes Wort, das falsch ankommen könnte auch noch mitzubedenken.

Man darf jetzt also gespannt sein, was Frau Schnee aus meiner Mail macht.
Aber im Grunde denke ich “das wars”. Denn wir werden früher oder später wieder vor dem gleichen Problem stehen.
Und ganz ehrlich? Da habe ich wenig Lust drauf.
Wir sind jetzt in einer Schublade aus “respektlos und fies” gelandet, aus der wir ziemlich sicher nicht mehr herauskommen. Somit ist “predicted” (ja, wir sind, total durch weil wir das Wort nicht angemessen übersetzte bekommen), dass wir von nun an in besonderer Aufmerksamkeit stehen, was das angeht und jedes Wort, das irgendwie auch nur im Ansatz falsch gewählt ist, zum Anstoß des nächsten Konfliktes werden wird.
Darauf habe ich ehrlich gesagt ab-so-lut keine Lust.

Es ist irre, wenn ich das mal so versuche zu rekonstruieren.
Irre, weil Somalia trotz dem, wie sie etwas zu Ausdruck bringt, sie trotzdem den Kern der Problematik auf den Punkt bringt. Laut, Schimpfend und sicher nicht angepasst.
Aber wenn sie eins nicht ist, dann ist sie persönlich übergriffig.
Sie sagt zwar (Beispiel:) Es ist total unintelligent dann einfach nichts zu sagen.
Und will damit nicht die Thera abwerten als unintelligent. Weil einfach jeder, jeder, jeder, etwas unintelligentes TUN kann, Du, sie, er, ich. Albert Einstein, Sheldon Lee Cooper, Monk …. Einfach jeder. Was am Ende aber nicht bedeutet, dass man den Menschen als Intelligenz-Gemindert beschimpft.
Nur die Tat als solches. Und so etwas muss einfach legitim sein. Ich erwarte da eine Differenzierung.

Genauso wie im Bereich “Trost”
Ich bin tooooootal entsetzt, dass sie sich herausnimmt, uns zu sagen was helfen wird und was nicht.
Frau Hexenhut hat immer wieder tröstliche Worte gefunden. Und ja, verschiedene Menschen, verschiedene Ansätze, aber es HAT geholfen! Sie mag das nicht machen wollen. Ist okay, damit haben wir eine Wahl, das zu respektieren oder eben nicht.
Aber ich weigere mich, über mich bestimmen zu lassen.

Ich denke, Menschen wie wir, die nie nie niemals Trost erfahren haben, profitieren davon, wenn Worte des Trostes fallen. Und das ist auch die Erfahrung darin, die wir einJahr machen durften. EinJahr, das nun umso schmerzvoller ist.
Wie kann sie uns das als “nicht hilfreich” absprechen? Woher will sie das wissen?
ich halte das für übergriffig.
Es mag sein, dass es auch ohne geht und ich will sie, Frau Schnee, hier stellvertretend für mehr als eine ihrer Patientinnen (die wir kennen) hier in Schutz nehmen.
Ich kenne Systeme, die sehr sehr zufrieden sind, die zu ihr gehen.
Aber unsere spezielle Chemie mit ihr scheint eher explosiv zu sein.
Sie ist vielleicht nicht generell unfähig und wahrscheinlich nicht generell unprofessionell. Aber bei uns wirkt sich das eben so aus.

Aber im Grunde laber ich hier nur so herum.
In Wahrheit ist der Körper schlapp und fühlt sich krank an.
In Wahrheit sind wir, wenn wir mal vom Funktionsmodus herunterkommen, die Internet-Therapeutenlisten links liegen lassen, einfach nur demotiviert, deprimiert und fertig.
Besser ist, eigentlich nie gute Erfahrungen zu machen. Denn sie werden aufhören und sie werden mehr weh tun, als hätte man sie nicht gehabt.
Es ist also wahrscheinlich mehr als korrekt, dass uns all das nicht hilft. Besser ist, damit klarzukommen. Und aufzuhören sich irgendetwas zu erhoffen und zu wünschen.
Mehr gibt es eben nicht. Nicht für uns. Nicht in diesem Leben.
Das haben andere schon lange vor uns erkannt und uns entsprechend behandelt.

Wir sollten einfach hingehen, uns entschuldigen und endlich zugeben, dass sie recht hat.
Und hoffen, dass sie sich weiter mit uns abgibt.
Oder nicht mehr hingehen und endlich begreifen, dass es für uns nichts gibt.
Und es auch nichts geben muss.
Weil das alles so schon seine Richtigkeit hat.

Liebe S.

Ich weiß, wir kriegen uns gegenseitig gut mit. Aber ich will das hier aufschreiben, damit das keinesfalls irgendwie untergeht. Oder vergessen wird oder sonst irgendwie was.

Ich will jedenfalls nur eines: Ich will, dass du weißt, dass ich zu dir stehe!
Ja, wir hatten unsere Differenzen und ich kann daher verstehen, dass man dich auch “so” wahrnehmen kann, wenn man dich nicht besser kennt. Aber das ist schon ein paar Jahre her. :-)
Wer sich die Mühe macht, sich den Inhalt, das, was du zu sagen hast, anzuschauen und über deine Schimpfwörter und unflätige Sprache und dein Die-Milch-Wird-Sauer- Gesicht 😂 (u know)  hinwegzusehen, wird sofort merken, dass du sehr wichtig bist.
Ich will, dass du weißt, dass ich es dir nicht übel nehme, wenn du sagst, du willst dich nicht für sie verbiegen.
Und ich will genauso, dass du weißt, dass ich das auch nicht will, dass du es tust.
Du bist richtig so. Genau so wie du bist!
Und ich bin dir dankbar dafür, dass du die Dinge so auf den Punkt bringst.

Im Grunde sind wir meistens einer Meinung, auch wenn ich das ganze etwas….ähm ja….vorsichtiger ausdrücken würde.

Ich mag dich nämlich genauso wie du bist!
Roh und unverstellt. Aber grundehrlich. Du hast dir etwas bewahrt, was wir anderen nicht haben und ich bin unglaublich froh darum.
Ich bin froh, dass wir so eine tolle Beschützerin haben.
Ist ja gut, ich bin fertig mit “Sülzen”. 😂

Ja, das mag dann jetzt wohl bedeuten, dass wir keine Therapeutin mehr haben.
Aber ich habe lieber keine Therapeutin als so eine!
Ich bin absolut zu 100% loyal dir gegenüber. Denn ich habe verstanden, was du zum Ausdruck gebracht hast und ich weiß auch, dass du absolut recht hast.
Und ich bin absolut deiner Meinung. Uneingeschränkt.

Huch, ja. “Das denken wir “alle”…. Ja witzig.
Komisch, dann könnte da ja was dran sein, wenn mehrere eine Meinung vertreten, hm?
Vielleicht wäre das ein Zeichen dafür, dass SIE mal etwas merken sollte?

Sie ist im Unrecht, wenn du mich fragst.
Und zum ersten erklärten Therapieziel zu machen, dass du dich änderst, ist ein absolutes No-Go und zeigt auch wieder nur, dass sie so ziemlich gar nichts verstanden hat.
Du bist nicht dafür da, dich zu verbiegen und so zu sein, wie andere dich haben wollen, liebe S.

Natürlich geht es mir (und anderen) nicht gut mit dem Gedanken, dass wir nun gar keine Therapieoption mehr haben. Aber ich werde weiter kämpfen und suchen.
Und am Ende ist das “auf Biegen und Brechen” auch nur wieder das, was wir schon alle kennen. Anpassen, bis man so ist, wie einen jemand haben will, kennen wir schon.
Und bevor es noch schlimmer kommt, mache ich hier lieber einen Bruch.
Bevor hier noch was anderes bricht. – Wir-
Ich weiß, der Schmerz von einigen wird erst kommen. Genauso wie die Verzweiflung und die Resignation.
Ich weiß, dass wir das gerade wegdrücken.
Aber ich hoffe, dass wir auch das überstehen und wir in der Lage sind, weiter zu suchen. Und ich kann nur hoffen, dass wir etwas finden…..
Aber alles ist besser, als jemand, der uns “nur so und so” annimmt.
Und ich weiß, dass die menschlichen Qualitäten wichtiger sind. Und vor allem, dass uns jemand ernst nimmt und nicht unsere Aussagen in Zweifel zieht und auch nicht besser weiß, was wir brauchen und was nicht, als wir selbst es tun.
Das geht auf gar keinen Fall!
Ich lasse mich gerne von etwas überzeugen, ich rede gerne über dies und das und diskutiere auf Metaebene gerne darüber, was Sinn macht und was nicht. Aber ich kann auf keinen Fall tolerieren, dass noch jemals jemand etwas besser weiß, als wir.
Besser und genauer weiß, was uns hilft und was nicht. Das glaubten vor uns schon ganz andere.
Oder haben uns das weiß machen wollen.
Ich kann dazu nur sagen: Nein Danke!

S.
Du bist gut so wie du bist.
Du trägst nicht die Verantwortung von “Die oder keine”!
Ich stelle mich hinter dich.
ich will nicht, dass du “Die Klappe hälst” Und ich glaube auch nicht, dass du es könntest 😂
Und weißt du was?
Das ist auch gut so!

Du hast uns schon so oft so viel weiter gebracht. Dir haben wir erst die Diagnosestellung zu verdanken. Ohne dich wären wir noch weiter rumgeirrt.
Wir haben dir so viele unserer Grenzen zu verdanken. Du ziehst sie viel viel früher, als wir das tun würden und du bist damit eine wahre Beschützerin!

Und ja, das ist eine Liebeserklärung. Kotz ruhig.
;-)
Deine M.

Besserungsanstalt “St. Schnee”

Erstma fettes Danke für die ganzen vielen gedrückten Daumen und den ganzen Zuspruch von euch. Ihr seid die GEILSTEN!
Gebracht hats nur leider nix. Aber dafür können eure Daumen ja nix 😆

Ich glaub, das wars mit Frau Schnee.
Himmel!

Ich steh ja tooootal drauf, wenn andre Leute besser wissen was ich will, als ich!
Ich steh drauf, wenn andere Leute besser Bescheid wissen und meine Argumente für die Tonne sind, die zählen einfach nich. Weil sie haben ja recht. Ganz sicher.
Ich bin jetzt also wirklich die Böse.
Die letzte lange Mail war so kein Problem nur gerafft was da drinne steht, hat se auch nich.

Das Problem war ich (S.) und meine Mail. (Wo so ziemlich genau das hier drinne steht).

Jaja ich weiß schon ich bin nich die sozialkompatibelste und ich bin nich grade zurückhaltend, aber die Aussage ist jetzte, dass ich mich entweder zusammenreiße oder das wars halt.
Sie sagte: Ich wäre ja so dysfunktional, dass ich gewiss überall Probleme hab, so wie ich bin.
Ja ne is klar. Dann sag ich ihr, dass s schon einige gibt, die mit mir klarkommen und auch Frau Hexenhut ziemlich cool war mit mir. Aber erst verallgemeinert se und dann heißt es, “JA aber sie wäre nich Frau Hexenhut! Sie wäre sie und sie will mit Respekt behandelt werden. Ja was n nu?
Ich würde doch sicher lernen wolln mich anständich zu benehmen, oder nich?
Neee war gar nich provokativ. *harr harr Und auch nich durch die Blume gesacht, wie kacke ich bin! Aber das hab ich ja natürlich auch nur so verstanden um ihr wieder n Vorwurf draus zu machen! Ja neee is kla *sfz

Sie sagt: Ich will sie ja nur beleidigen, ich will sie zur Täterin machen, ich will sie verletzen, ich will sie lächerlich machen, ich beschimpfe sie, ich spreche ihr die Kompetenz ab (bzw. Haben wir noch dabei geschrieben, dass wir gerade wegen der Kompetenzen umso entsetzter sind, wie sie reagiert), ich will ja nur nen Roboter und keinen Menschen.
Und weiß nich mehr was noch alles.
Und ich habs nich in ihren Kopf gekricht, dass ich das alles eben nich will und das ich nur sach wie manche Sachen hier so ankommen. Und das ich sie nich beschimpf. Schließlich sach ich ja nich dass sie ne…was weiß ich ne dumme Kuh is oder so. Ne tu ich NICH.
Aber das ist halt wohl kein Unterschied und ich müsste ebent lernen, dass sie n Mensch is mit Gefühlen und dass ich entsprechend Rücksicht nehmen zu hätte.
Und ich hätte eben gesacht “sie hätte sich verhalten wie n Täter”.
Und selbst das fände ich nich mal schlimm, sich zu verhalten “Wie” heißt noch nich das se wirklich einer wäre. Bin ich da zu genau?
Also hätte ich gemeint sie ist Täter – und das hätte sie verletzt. Und ich hab tausend mal gesagt, dass es sich angefühlt hat “Wie” und nich gemeint das sie einer wär. Ja neee ich hätte das gesagt. Und ganz sicher auch so gemeint. Und das geht halt nich.
Mein “Sorry” hat nich gezählt. Weil der Inhalt erhalten bleibt. Ich hab gesacht sie is Täter und fettich is der Lack. Damit will se nich verglichen werden.

Aber ging nich in ihren Kopp rein, dass erstens sowas wohl schon ma passieren kann, wenn wir in nem Film hängen Und dasses mir leid tut wenn dann mal eben nich über jedes Wort nachgedacht wird.
Aber das is entweder auch nich angekommen oder gildet halt nich. Was weiß ich. Ich hab irgendwann selbst nich mehr verstanden worums geht. Weil nix von dem was ich gesacht hab irgendwas wert war. Sie wollte das so sehen. Sie wusste besser als ich, dass wir sie zur Täterin machen WOLLEN. Und zwar WIR ALLE!
Wir würden das ja nu ALLE so sehn. Wie sie darauf kommt weiß ich aber jetzte echt auch nich.
Und woher sie das jetzte auch besser weiß.

Wir könntn ja schon sagen wenn uns was verletzt hat oder sonst was Aber das müssten wir halt anständich tun. Was auch immer anständich is.
Ich hab se dann gefragt wie bitte man das tun soll damit se nich glaubt, wir wollten ihr nur auf n Schlips treten aber darauf gabs keine Antwort weil ich ja nur provozieren und sie lächerlich machen will.
Ich hab die Frage verdammt nochmal ernst gemeint! Aber das hat se mir nich geglaubt.

Da hab ich mich echt so übelst zusammenreißen müssen, weil mir echt danach war vor Wut irgendwas wirklich übles zu tun. Irgendwas was kracht!
Meine Fresse aber auch. Ich steh kurz vorm Platzen!

Joa und jetzt soll ich mir halt überlegen ob ich mich anständich benehmen will oder nich weil sonst kann se mit uns nich arbeiten.

Ganz ehrlich bisher hatte noch fast kein Thera n Problem mit mir. Die haben alle am Ende wenigstens gerafft, was ich sagen wollte, auch wenn ses nich immer geil fanden, wie ich das tu. Müssen se ja auch nich. Mir reichts wenn se kapieren worums geht.
Ich bin eben nich Schwiegermutters Darling.
Und so ne Frau Hexenhut meinte sogar mal, s wär gut, dasses so eine wie mich gibt, die uns verteidicht. Aber Frau Schnee findet mich halt kacke und ich muss jetzt ganz doll lernen so zu werden wie sie mich akzeptieren kann? UNd das wär jetzte dann erstma das wichtigste.
Am ARSCH
Sorry aber am Arsch.

Aber was jetzte bleibt is ne Gewissensfrage:
Soll ICH mich jetzte zusammenreißen, zukünftig die Fresse halten und alles runterschlucken weil ALLES was ICH sach sowieso falsch ankommt? Nur damit die anderen von uns weiter dahin latschen können? Will ich das?
Und die nächste Frage is: Schaff ich das?
Damit ICH nich den anderen die Chance auf Thera verbaue?
Weil ganz ehrlich: Ich hab wenich Bock drauf, mich zu verbiegen und ein auf ach so lieb und nett zu machen. Wenn ich angepisst bin bin ich angepisst. Ich bin so wie ich bin und ich find mich echt nich so schlimm und selbst MM kommt mit mir klar und sorry wenn ich das jetzte so sach aber der is echt n Weichei *lach
*Nix für ungut Herr MM, oke?
Aber die Schnee will mich lieber erstma umerziehen damit wir überhaupt Thera machen können.
Sankt Brutus, Besserungsanstalt für S. 😆
Hört ihr mich bitter lachen?

Aber ja jetzte bin ich dann “Schuld” dran, dass wa keine Thera haben und auch keine einzige befotzte Alternative, wenn ich mich nich bessern will.
Aaargs
Is ja mal ne ganz geile Verantwortung.

Hab ich nich mal irgendwo in nem Buch aufgeschnappt, man solle keine Innies ausschließen? Und nich wegen ihrem So-Sein Verurteilen?
Tja. Leider stand da nix davon, dass man die (nich) erstmal zurechtstutzen dürfte.

Aber davon mal ganz ab kamen noch n paar allgemeine Knüller, die jetzte auch nich so richtig für sie sprechen:

Das geilste überhaupt:
Also Trost könn wa von ihr nich erwarten. So was wie “Tut mir leid, dass….” halt.
Weils nich hilft! Weils sowieso nur n Tropfen auffen heißen Stein wär. Wir müssten viel eher verstehn, warum was wie wäre. Nur sowas würd langfristich helfen. Und das wir uns dann den Trost selbst geben könn.
Und da hab ich sie gefragt, warum n das Eine das Andere ausschließt? Ne täts nich, aber Trost hilft halt nich und deswegen könn wa sowas von ihr nich erwarten.
Ich hab noch gesagt, dassich das anders seh mit dem Trost aber nein. Nein nein. Sie weiß das besser!
Auch fein, dass se auch da genau weiß, was uns gewiss nich hilft.
Großes Kino!

Und sie fands halt jetzt wichtiger, dass sie klar macht, dass sie ihre Grenzen hat und das sie n Mensch is der verletzbar is, als unsere Not anzusehen als sie zurückgeschrieben und unsere Not so völlig übergangen hat. Sie war wichtiger!!!!!
Ja Tatsache. Da war unsere Not irrelevant und zum Trösten is se ja nich da.
Remember: Das hilft ja eh nich!

Und der Auslöser wegen der gelöschten Emailadresse:
Is ja auch son Knüller der sich jetzte nie beweisen lässt.
Weil ich ja letzte Stunde 3 Minuten vor Schluss quasi um die Emailadresse gebettelt hab. Ja so hats sichs eben angefühlt aber damit, das ich das sach, wollte ich sie ja btw auch nur niedermachen und zur Täterin. Jaja
(Das mein ich mit “Ich will nich ständich Rücksicht nehmen müssen”!)
Aber sie hätt uns die schon noch gegeben. Und wenn se uns ne Mail geschickt hätte mit “Hier habt ihr sie wieder”.
mhmh. Ja kann man ja behaupten. Obs stimmt. Who knows?
Ich glaubs halt nich weil se ein erzählt hat von wegen wir könnten ja Alternativen finden. Wir könnten ja auch in n Buch schreiben und das dann mitbringen.

Jetzte hätten wir wegen Urlaub eh erst in sechs Wochen wieder einen Termin. So lange dürfen wa uns jetzte überlegen, ob wir überhaupt wiederkommen wollen.
Klartext: Natürlich nur, wenn Frau S. (Ich) sich bessern will.

Geiler Scheiß!
und jetzte?
S.

Rüstig

Ich rüste mich fürs (letzte?) Gefecht.

Und weil ich mein Lieblingspulli nich anziehn kann – Madame könnt ja auch davon beleidicht sein weil die Message drauf is “Nice Try” *hahaha und s wär so geil passend…
hab ich mich eben damit bekleidet.
S.

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